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Unautorisierter WahlspotSesamstrasse-Macher sind sauer auf Obama

Die Bibo-Affäre ist um ein Kapitel reicher: Der Vogel spielt die Hauptrolle in einem Obama-Wahlkampfspot. Zum grossen Ärger der Sesamstrasse-Produzenten, die nie um Erlaubnis gefragt wurden.

von
rey

Der Sesamstrassen-Vogel Bibo wird mehr und mehr zum Spielball im US-Wahlkampf. Nun findet er sich in der Hauptrolle eines Internet-Videos wieder, mit dem Barack Obama seinen Herausforderer Mitt Romney angreift – ohne, dass die Sesamstrasse-Macher die Erlaubnis dazu gegeben hätten. Sie sind über die politische Instrumentalisierung ihres gelben Riesenvogels alles andere als erfreut.

Obamas neues Wahlvideo zeigt Bibo als Amerika-Feind, der Wirtschaftsverbrecher wie Bernie Madoff und Ken Lay überstrahlt. «Gross. Gelb. Eine Bedrohung für unser Land. Mitt Romney weiss, wir müssen uns nicht vor der Wall Street fürchten – sondern vor der Sesamstrasse,» heisst es im Clip.

Der Auftritt von Bibo, der in den USA «Big Bird» genannt wird, schmeichelte den Produzenten der Sesamstrasse gar nicht. Im Gegenteil: Sie forderten Obamas Wahlkampfteam auf, den Spot aus dem Internet zu löschen. «Wir sind eine unabhängige Nonprofit-Organisation. Wir sprechen uns weder für Kandidaten aus noch nehmen wir an politischen Kampagnen teil,» schreiben sie in einem Statement. Obamas Team versprach, die Beschwerde zu prüfen.

«Ich kann kaum noch unbeachtet die Strasse entlanggehen»

Schon bevor der Werbespot auftauchte, hatte Bibo in der Comedyshow «Saturday Night Live» deutlich gemacht, sich weder für Demokraten noch Republikaner instrumentalisieren zu lassen. Er erzählte lediglich, wie er den Rummel um sein Wesen wahrnahm: «Ich kann kaum noch unbeobachtet die Strasse entlanggehen wie ein ganz normaler zweieinhalb Meter grosser, sprechender Vogel.»

(Quelle: Youtube/ditzkoff)

Mitt Romney hatte in der ersten TV-Debatte gesagt, er werde die Subventionen für den Sender PBS stoppen, auf dem die Sesamstrasse läuft. Im Internet hatten sich darauf zahlreiche User über den Kommentar empört und Fotomontagen des arbeitslosen Bibos ins Netz gestellt.

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