20.04.2016 03:47

«Sing meinen Song»

Seven erlebt von neuem seinen schlimmsten Tag

In der neusten Folge der Tauschkonzert-Serie drehte sich alles um Seven, seine Songs und die Geschichten dahinter. Eine rührte die deutschen Co-Stars besonders.

von
Martin Fischer

Gestern war Sevens grosser Abend bei der erfolgreichen Vox-Show «Sing meinen Song»: Die deutschen Musikstars um Xavier Naidoo und Nena nahmen sich der Lieder des Aargauers an. Und weil Seven «sehr autobiografische Songs» schreibt, wie er selbst sagt, traten dabei auch sehr persönliche Geschichten zutage.

Gut 30 Minuten der Sendung waren vorbei, Xavier Naidoo und Sammy Deluxe hatten bereits zwei Seven-Hits vorgetragen, als die lockere Stimmung für einen Moment kippte. Der dritte Song auf dem Programm war «City of Gold». «Als ich erfahren habe, dass jemand dieses Lied ausgewählt hat, wusste ich: Das wird mir sehr nahe gehen. Es hängen so viele Tränen, Schmerzen und Gedanken daran», sagt Seven zu 20 Minuten. Im Stück geht es um seinen besten Freund, der sich das Leben genommen hat, als Seven 20 Jahre alt war.

Seven macht sich selbst Vorwürfe

Es sei seine erste Erfahrung gewesen mit dem Tod. Der «schlimmste Tag» in seinem Leben, wie es im Song heisst. «Ich hatte damals viel Vertrauen verloren, ganz allgemein. Ich habe mich gefragt: Wenn das nicht funktioniert, was dann?» Er brauchte Jahre, bis er über den Freitod seines Freundes reden konnte, auch gegenüber seinen Freunden mied er das Thema. Und er machte sich selbst Vorwürfe: Hätte er das Geschehene verhindern können?

Erst Jahre später kam Seven zur Einsicht: «Er wollte das, es geht ihm jetzt besser. Ich kann nicht mein ganzes Leben traurig sein.» Genau davon handelt der Song. «Ich habe ‹City of Gold› fast 15 Jahre nach seinem Tod geschrieben. Ich war erst dann bereit dazu.»

«Ich vergass die anderen neben mir auf dem Sofa»

Es war Annett Louisan, die das sehr persönliche Stück in einer gefühlvollen, reduzierten Version vortrug. Seven erinnert sich an den Moment: «Es hat mich extrem ergriffen. Ich vergass die Kameras und die anderen neben mir auf dem Sofa. Ich war wieder dort, in der Zeit, die mich dazu gebracht hat, den Song zu schreiben.» Während Louisans Auftritt schloss er immer wieder die Augen, blickte zum Himmel, die Hände gefaltet.

Seven schaut sich die «Sing meinen Song»-Folgen übrigens ganz regulär zu Hause am Fernsehen an – er kriegt sie nicht vorab zu sehen. Es sei ein spezielles Gefühl gewesen, zu sehen, wie sich diese etablierten Stars mit seinen Songs auseinandergesetzt hätten. Und: «Ich habe die ersten beiden Staffeln als begeisterter Fernsehzuschauer verfolgt und mir auch mal vorgestellt, wie es wäre, dort dabei zu sein. Aber wenn es dann wirklich so weit, ist das noch mal was ganz anderes. Da kann man sich nicht darauf vorbereiten.»

Sevens Originalversion von «City of Gold».

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