Aktualisiert 18.05.2016 21:27

Europa-League-Final

Sevilla steigert sich zum dritten Triumph in Folge

Dank einer starken zweiten Halbzeit besiegen die Spanier Liverpool in Basel 3:1. Für Jürgen Klopp geht die Finalmisere weiter.

1 / 11
Mittwoch, 18. Mai 2016Und wieder jubeln die Spanier: Der FC Sevilla gewinnt die Europa League zum dritten Mal in Folge. Die Andalusier besiegen Liverpool 3:1.

Mittwoch, 18. Mai 2016Und wieder jubeln die Spanier: Der FC Sevilla gewinnt die Europa League zum dritten Mal in Folge. Die Andalusier besiegen Liverpool 3:1.

AFP/Michael Buholzer
Die Engländer sind nach der Niederlage bedient.

Die Engländer sind nach der Niederlage bedient.

AFP/Paul Ellis
Einige wie Daniel Sturridge vergiessen Tränen.

Einige wie Daniel Sturridge vergiessen Tränen.

AFP/Sebastien Bozon

Liverpool zeigte eine überragende erste Halbzeit, führte dank einem Traumtor von Daniel Sturridge bei Halbzeit hoch verdient, verlor nach dem Blitzausgleich nach Wiederanpfiff aber den Faden und wurde von entfesselten Spaniern überrollt. Es waren zwei Halbzeiten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, und die die zwei Gesichter der Liverpooler Stimmungsmannschaft eindrücklich offenbarten. Matchwinner für Sevilla war Coke, der nach Kévin Gameiros 1:1 innert sechs Minuten doppelt traf.

Mit dem fünften Sieg im fünften Final, dem vierten Triumph in den letzten fünf Jahren, zementierten die Andalusier ihre Vormachtstellung in der Europa League. Dass der FC Sevilla vor 15 Jahren ein bankrotter Zweitligist war und auch heute mit einem bedeutend kleineren Budget als Liverpool wirtschaftet, lässt die Erfolge, die sich unter dem sportlichen Leiter Ramón Rodríguez Verdejo, kurz «Monchi», einstellten, umso beeindruckender erscheinen.

Liverpool wie im Rausch

Zur Pause hatte noch wenig bis nichts auf Sevillas Titel-Hattrick hingedeutet. Es war das erwartet gefühlte Heimspiel für Liverpool. Und von der Atmosphäre liess sich selbst der Europa-League-Dominator der letzten Jahre zwischenzeitlich beeindrucken. In der ersten Halbzeit gehörten nur die ersten Minuten Sevilla. Technisch sichtbar besser, kippte das Geschehen schon in den ersten zehn Minuten auf die Seite der Liverpooler, die auftraten, als spielten sie an der Anfield Road. Die Sevillistas wirkten zwischenzeitlich paralysiert, die Liverpooler dagegen wie im Rausch.

Ein Geniestreich von Daniel Sturridge führte in der 35. Minute zum fälligen 1:0. Der englische Nationalspieler zirkelte den Ball von der linken Seite mit dem Aussenrist und viel Gefühl unhaltbar für Sevillas Keeper David Soria ins lange Eck. Sevilla konnte gar froh sein, nicht mit einem höheren Rückstand in die Pause gegangen zu sein. Vor dem 0:1 hatte Abwehrchef Daniel Carriço einmal nach einem Kopfball Sturridges auf der Linie geklärt (11. Minute). Kurz darauf taxierte der Schiedsrichter eine strittige Szene im Strafraum nicht als Handspiel. Daniel Carriço war der Ball an den Arm geprallt; es war eine 50/50-Entscheidung.

Gameiros Tor aus dem Nichts

Die einzige Chance für die Spanier hatte Topskorer Kévin Gameiro Minuten vor dem Gegentreffer. Sein Fallrückzieher nach einem Corner streifte nicht weit am linken Pfosten vorbei. Liverpools vermeintliches 2:0 durch Dejan Lovren zählte zu Recht nicht, weil Sturridge Soria im Abseits stehend irritiert hatte.

Sevillas Coach Unai Emery, in Spanien wegen seines taktischen Gespürs und seiner Flexibilität hoch gehandelt, nahm in der Pause ohne Zweifel die richtigen taktischen Korrekturen vor. Denn nach dem Seitenwechsel hatte plötzlich sein Team wieder die Oberhand – begünstigt auch durch den prompten Ausgleich Gameiros, der nun im Spiel angekommen war. Nur 17 Sekunden lief die Partie wieder, ehe der Treffer alles auf den Kopf stellte.

Liverpool entglitt die Partie, die Fans erstarrten. Cokes Doppelschlag zwischen der 64. und der 70. Minute besiegelte Trainer Jürgen Klopps fünfte Niederlage in den letzten fünf grossen Finals.

Liverpool - FC Sevilla 1:3 (1:0)

Basel. - 34'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eriksson (SWE)

Tore: 35. Sturridge 1:0. 46. Gameiro 1:1. 64. Coke 1:2. 70. Coke 1:3.

Liverpool: Mignolet; Clyne, Lovren, Touré (82. Benteke), Moreno; Milner, Can; Lallana (73. Allen), Firmino (69. Origi), Coutinho; Sturridge.

FC Sevilla: Soria; Mariano Ferreira, Rami (78. Kolodziejczak), Daniel Carriço, Escudero; Krychowiak, N'Zonzi; Coke, Banega (93. Cristoforo), Vitolo; Gameiro (89. Iborra).

Bemerkungen: Liverpool ohne Sakho (Dopingsperre), Gomez (verletzt), Sevilla ohne Reyes, Krohn-Dehli, Andreolli, Trémoulinas (alle verletzt). 39. Tor von Lovren wegen Offside-Position von Sturridge annulliert. Verwarnungen: 30. Lovren, 56. Vitolo, 57. Banega, 72. Origi (alle Foul), 77. Rami (Unsportlichkeit), 94. Clyne (Foul).

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.