Aktualisiert 12.04.2016 11:59

Reaktion auf KölnSex als Werbe-Masche soll verschwinden

Werbung soll Frauen nicht mehr auf Sexobjekte reduzieren. Der deutsche Justizminister reagiert mit einem geplanten Verbot auf die Übergriffe von Köln.

von
mlr

Nackte Körper gehen in der Werbung immer – egal, welches Produkt vermarktet werden soll. In Deutschland könnten Werbeplakate mit leicht bekleideten Frauen aber bald passé sein – zumindest wenn es nach Heiko Maas geht.

Der deutsche Justizminister will sexistische Werbung künftig verbieten. Maas plant, ein Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb so zu ändern, dass geschlechterdiskriminierende Reklame unterbunden wird, berichtet der «Spiegel».

Reaktion auf sexuelle Übergriffe

Maas setze damit einen Beschluss der SPD-Parteispitze um, heisst es. Als Reaktion auf die sexuellen Übergriffe durch Migranten in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten wollen die Sozialdemokraten ein «moderneres Geschlechterbild» im Land etablieren.

Plakate und Anzeigen, die Männer oder Frauen auf Sexualobjekte reduzieren, sollen laut dem Gesetzesentwurf in Zukunft unzulässig sein. Bei Unklarheit soll ein Gericht entscheiden, ob ein Motiv gegen diesen Grundsatz verstösst. Nach aktueller Rechtslage schreitet die deutsche Wettbewerbszentrale nur ein, wenn eine Reklame massiv menschenverachtend ist. Der Deutsche Werberat kann zudem eine Rüge aussprechen. Bei diesen Werbungen hat er das zum Beispiel getan:

Amtlich geprüfte sexistische Werbung

Hilfe von Pinkstinks

Der Minister holte sich bei der Ausarbeitung seines Entwurfs gemäss dem Nachrichtenmagazin Unterstützung bei der Organisation Pinkstinks, die sich seit Jahren gegen sexistische Werbung engagiert.

Auf Twitter stösst sein Vorschlag nicht überall auf Begeisterung.

Die Verbindung zwischen den Vorkommnissen in Köln und Werbeplakaten erschliesst sich nicht jedem.

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