Werdinsel Zürich: Sex auf der Insel – Polizei knüpft sich Liebende vor

Aktualisiert

Werdinsel ZürichSex auf der Insel – Polizei knüpft sich Liebende vor

Die Werdinsel ist nicht immer jugendfrei. Deshalb führt die Polizei im Sexspiel-Wäldchen nun vermehrt Kontrollen durch. Schon letztes Jahr holte sie 30 Personen aus den Büschen.

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som
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Eine Polizeipatrouille unterwegs im unteren Teil der Werdinsel am Sonntag, 7. Juni 2015.

Eine Polizeipatrouille unterwegs im unteren Teil der Werdinsel am Sonntag, 7. Juni 2015.

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Im Visier haben sie vor allem das Sexspiel-Wäldchen (im Hintergrund). Wer sich tagsüber dort öffentlich verlustiert, muss mit dem Einschreiten der Polizei rechnen.

Im Visier haben sie vor allem das Sexspiel-Wäldchen (im Hintergrund). Wer sich tagsüber dort öffentlich verlustiert, muss mit dem Einschreiten der Polizei rechnen.

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Der Nutzungskonflikt auf der Werdinsel existiert seit Jahrzehnten. Im Auftrag der Stadt Zürich erfassten Mitarbeitende von Urban Mobility Research 2014 die Passantenströme auf der Zürcher Werdinsel - hier beispielsweise am Fischerweg ...

Der Nutzungskonflikt auf der Werdinsel existiert seit Jahrzehnten. Im Auftrag der Stadt Zürich erfassten Mitarbeitende von Urban Mobility Research 2014 die Passantenströme auf der Zürcher Werdinsel - hier beispielsweise am Fischerweg ...

kv

Spielende Kinder, Würste auf dem Grill, Nacktbadende und Menschen, die sich sexuell austoben: Etwa so geht es an lauen Sommerabenden auf der Werdinsel zu. Vor allem Letzteres ist aber seit Jahren ein Ärgernis, so etwa für den Präsidenten des Quartiervereins Höngg Alexander Jäger: «Manche machen sich nicht mal die Mühe, sich richtig zu verstecken – auch wenn Kinder in der Nähe sind.»

Dies ist auch der Polizei nicht entgangen. Obwohl Sex im öffentlichen Raum eigentlich nicht verboten ist, zieht sie im sogenannten «Sexspiel-Wäldchen» auf der Werdinsel immer wieder eine Runde. Schon letztes Jahr hat sie 30 Personen aus den Büschen geholt, sagte Roman Thür, Kreischef 10, zur Zeitung «Zürich Nord». Dieses Jahr werden die Kontrollen noch etwas verstärkt. Neu werden zwischen Juni und August an zwölf Wochenenden Doppelpatrouillen unterwegs sein.

«Wir gehen mit Augenmass vor»

Auf Anzeige schreite die Polizei ein, ebenfalls, wenn Kinder involviert seien. Dabei gehe man immer mit Augenmass vor, sagt Adrian Feubli, Sprecher der Stadtpolizei: «Wir schauen natürlich nicht hinter jedes Gebüsch – aber wenn jemand quasi in aller Öffentlichkeit sexuell aktiv ist, schreiten wir ein.»

Doch auf der Werdinsel gibt es nicht nur Sextouristen, sondern auch Velofahrer, Blüttler, Hündeler und Spaziergänger, die nicht immer gut aneinander vorbeikommen. Zwar entwickelten Grün Stadt Zürich, Anwohner, die Polizei und weitere Akteure im Netzwerk Sicherheit und Polizei bereits 2005 Massnahmen, gelöst ist das Problem aber nicht. Deshalb erarbeitet Grün Stadt Zürich ein Nutzungskonzept, das in diesem Sommer vorliegen soll. Über die geplanten Massnahmen verrät ein Sprecher auf Anfrage noch nichts.

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