Stadt Luzern: Sex-Bande auf Koks vergewaltigt Strich-Dirnen
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Stadt LuzernSex-Bande auf Koks vergewaltigt Strich-Dirnen

Das Kriminalgericht hat drei Männer zu Freiheitsstrafen von mehreren Jahren verurteilt. Diese hatten mit Waffengewalt zwei Prostituierte entführt und brutal vergewaltigt.

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20m
Auf diesem Parkplatz zwangen die Beschuldigten eine der Prostituierten zu Sex.

Auf diesem Parkplatz zwangen die Beschuldigten eine der Prostituierten zu Sex.

Wegen mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung, mehrfacher Freiheitsberaubung und Widerhandlungen gegen das Waffen-, das Strassenverkehrs- und das Betäubungsmittelgesetz hat das Luzerner Kriminalgericht drei Mazedonier (23, 24 und 24 Jahre) zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Zwei der drei Beschuldigten hatten im Oktober 2011 in einer Nacht unter Einfluss von Alkohol, Kokain und Marihuana im Tribschenquartier eine Prostituierte entführt und vergewaltigt. Dazu versteckte sich einer der beiden hinter dem Rücksitz des Autos, während der andere mit einer Dirne ein Geschäft für «Ficken und Blasen 100 Franken» aushandelte.

Statt zum Zimmer der Prostituierten zu fahren, steuerte der Beschuldigte das Auto auf einen Parkplatz. Dort bedrohten er und sein Komplize schliesslich die Frau mit einer Gasdruckpistole und zwangen sie auf der Rückbank des Autos zu Oral- und Geschlechtsverkehr – zeitweise mit beiden Beschuldigten gleichzeitig. Während des ganzen Vorgangs hatte die Frau geweint und versucht, die sexuellen Handlungen abzuwehren, heisst es im Urteil.

Nach rund zwei Stunden setzten die beiden die Dirne schliesslich an der Werkhofstrasse ab. Zuvor begutachteten die Männer noch den Pass der Prostituierten und drohten ihr: Sie würden nun den Wohnort der Dirne kennen, falls sie zur Polizei gehen wollte. Um unerkannt zu bleiben, deckten die beiden zudem Nummernschilder des Autos mit einem Tuch ab.

Verteidiger haben Berufung angemeldet

Rund eine Woche später wiederholten die beiden ihre Tat mit einem anderen Opfer – und hatten noch einen weiteren Komplizen dabei. Das Muster war dabei das gleiche: Nachdem die Beschuldigten Alkohol und Kokain konsumiert hatten, wollten sie erneut eine Prostituierte entführen und zum Sex zwingen. Ein Beschuldigter vereinbarte mit einer Prostituierten am Kreuzstutz Oralsex für 50 Franken.

Mit dem Auto fuhr er sie auf einen Parkplatz, wo die beiden anderen Männer warteten, die Dirne mit Gasdruckpistolen bedrohten und ins Auto stiegen. Anschliessend fuhren sie zum Parkplatz des Château Gütsch, wo sie die Prostituierte nacheinander mit den Waffen bedrohten und erneut zu Oral- und Geschlechtsverkehr zwangen. Die Frau hatte dabei geweint und sich mehrmals zu wehren versucht. Rund eine Stunde dauerte der Horror. Danach setzten die Beschuldigten die Dirne ab und fuhren davon – wieder mit verdeckter Autonummer.

Da sie zudem unter Alkohol- und Drogeneinfluss fuhren, verstiessen sie auch gegen das Betäubungsmittel- und das Strassenverkehrsgesetz. Das Kriminalgericht verurteilte zwei der Beschuldigten zu Freiheitsstrafen von 4,5 Jahren und 4 Jahren. Der dritte Komplize, der beim ersten Vorfall nicht dabei war, wurde zu 3 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem müssen die drei Männer den beiden Opfern Genugtuungszahlungen leisten. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig, die Verteidiger der drei Beschuldigten haben Berufung angemeldet.

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