Aktualisiert 08.12.2008 12:06

OxytocinSex hilft bei Streitereien in der Beziehung

Eine Dosis des Hormons Oxytocin vermindert bei streitenden Paaren den Stress. Sie hören besser zu oder lächeln auch einmal während des Konflikts. Beeinflussen kann man die Ausschüttung von Oxytocin kaum. Dies zeigt eine neue Studie der Uni Zürich.

Die Wissenschafter der Universität Zürich baten 47 Paare, im Labor über ein für sie typisches Konfliktthema zu streiten. Vor dieser Diskussion erhielten die Paare entweder das Hormon Oxytocin oder ein Placebo als Nasenspray verabreicht. Das Verhalten der Teilnehmenden wurde gefilmt und anschliessend analysiert.

Ausserdem wurde das Stresshormon Cortisol bei beiden Partnern wiederholt im Speichel gemessen, um die psychobiologische Stressreaktion zu erfassen, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte. Paare, die Oxytocin erhalten hatten, schnitten demnach «signifikant besser» ab als Paare mit Placebo.

Oxytocin beruhigt

Oxytocin verlängere die Dauer des positiven Verhaltens im Verhältnis zum negativen. Die Teilnehmenden lachten mehr, hörten besser zu oder bestätigten auch Aussagen des Partners. Negatives Konfliktverhalten wie Unterbrechen, Kritisieren oder Abwerten war bei Probanden mit Placebo viel stärker.

«Wann Oxytocin beim Menschen im Gehirn verstärkt ausgeschüttet wird, ist noch nicht bekannt», sagte die Psychologin und Studienleiterin Beate Ditze auf Anfrage. Verschiedene Untersuchungen weisen aber darauf hin, das Oxytocin bei Wärme, Berührung und nach einem Orgasmus ausgeschüttet wird. Klar hingegen ist, dass das Hormon bei Frauen kurz vor der Geburt in grösseren Mengen ins Blut abgegeben wird und so die Wehen auslöst. Auch ist es massgeblich am Milcheinschuss beteiligt.

Gesund dank Partnerschaft

Oxytocin habe einen direkten Einfluss auf das Stresshormon Cortisol und reduziere dieses, sagte Ditzen weiter. Bereits eine frühere Studie zeigte, dass Zärtlichkeit im Alltag von Paaren die Cortisolwerte verminderte. Auch dies könnte gemäss Ditzen auf die Wirkung von Oxyticin im Gehirn zurückzuführen sein.

Oxytocin bestimmt das soziale Verhalten mit, folgert die Studie, die in der Fachzeitschrift «Biological Psychiatry» erschien. Das Hormon sei ein möglicher biologischer Kandidat, der erklären könnte, warum Partnerschaften sich positiv auf die Gesundheit auswirkten. (oku)

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