Aktualisiert 13.11.2007 12:27

Sex mit Adoptivtochter

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen 49-jährigen Mann zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte während Jahren die minderjährige Adoptivtochter zu sexuellen Handlungen genötigt und vergewaltigt.

Das Opfer war 1989 im Alter von sieben Jahren mit ihrer Mutter in die Schweiz gekommen und wohnte bei dem Angeklagten. Bereits 1990 kam es laut Aussagen des Opfers zu sexuellen Handlungen. Im Alter von 13 Jahren zwang er das Mädchen erstmals zum Geschlechtsverkehr.

In der Folge kam es immer wieder zu Vergewaltigungen und sexuellen Handlungen. Der Missbrauch dauerte nach Angaben des Opfers bis 1999. Erst 2003, nachdem sie den Kontakt zu ihrem Adoptivvater abgebrochen hatte, erstattete die Frau Anzeige.

Angeklagter geständig

Der Angeklagte ist geständig. Die Aussagen von Opfer und Täter divergieren aber hinsichtlich des Zeitraumes sowie der Zahl und der Intensität der sexuellen Übergriffe. Das Opfer erklärte zudem, er habe ihr gedroht, ihre Geschwister nie mehr zu sehen, wenn sie von seinen Übergriffen erzähle. Aus seiner Sicht hat er sie lediglich auf die Konsequenzen bei einem Bekanntwerden der Taten hingewiesen.

In psychiatrischen Gutachten wurde beim Angeklagten Pädophilie diagnostiziert. Auch wurde eine geistig mangelhafte Entwicklung festgestellt. Allerdings sei die Zurechnungsfähigkeit nicht vermindert oder beeinträchtigt.

Das Kriminalgericht wertet das Verschulden des Anklagen in dem am Dienstag publizierten Urteil als sehr schwer. Negativ werden Vielzahl und Intensität sowie der lange Zeitraum der Taten bewertet. Der Mann habe aus Egoismus gehandelt und nur seine sexuellen Bedürfnisse befriedigen wollen. Dabei habe er die Unterlegenheit und Abhängigkeit des Opfers skrupellos ausgenutzt.

Urteil nicht rechtskräftig

Zu Gunsten des Angeklagten sprach, dass er nicht vorbestraft ist, grundsätzlich geständig ist und sich im Strafverfahren kooperativ verhielt. Sein Privatleben sei geordnet. Ausserdem habe er sich freiwillig in psychotherapeutische Behandlung begeben.

Der Angeklagte wurde zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Zudem wurde eine ambulante psychotherapeutische Behandlung angeordnet. Schliesslich hat er Verfahrenkosten von rund 25 000 Franken zu tragen.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre, die Verteidigung vier Jahre Zuchthaus beantragt. Das Urteil wird weitergezogen. (sda)

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