St. Gallen - Sexuelle Handlung mit Kind (13) – 22-Jährigem droht Landesverweis
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St. GallenSexuelle Handlung mit Kind (13) – 22-Jährigem droht Landesverweis

Ein damals 22-jähriger Afghane hatte im Herbst 2019 einvernehmlichen Sex mit einer 13-Jährigen. Am Montag steht der Mann deshalb wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind vor Gericht. Ihm droht ein Landesverweis.

von
jeb
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Am Montag steht ein Mann vor dem  Kreisgericht St. Gallen. 

Am Montag steht ein Mann vor dem Kreisgericht St. Gallen.

20 Minuten
Ihm werden in der Anklageschrift mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind vorgeworfen. 

Ihm werden in der Anklageschrift mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind vorgeworfen.

20 Minuten

Darum gehts

  • Weil er sexuelle Handlungen mit einer 13-Jährigen praktizierte, steht am Montag ein Afghane vor Gericht.

  • Der Geschlechtsverkehr zwischen den beiden war einvernehmlich.

  • Dem zur Tatzeit 22-Jährigen droht wegen des Vergehens ein Landesverweis.

Im Herbst 2019 lernten sich eine damals 13-Jährige aus dem Thurgau und ein 22-jähriger Afghane über Tiktok kennen und schrieben einander über gewisse Zeit per Whatsapp, Instagram, Tiktok und andere Kanäle und fanden so zueinander. Sie entschieden nach kurzer Zeit, dass sie nun zusammen seien. In den Chats tauschten sie auch ihre Altersangaben aus, wobei der Afghane sich als bald 19-Jähriger ausgab, obwohl er damals bereits 22 Jahre alt war, wie in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zu lesen ist.

Nachdem sich die beiden erst aus Chats kannten, beschlossen sie, sich in St. Gallen zu treffen. Vor dem Treffen wurde besprochen, ob es «zur Sache» kommen sollte. Der junge Mann drückte seine Bedenken aus, weil die Teenagerin erst 13 Jahre alt war: «Wir machen uns strafbar. Unter 16 darf man nur mit einem zusammen sein, der drei Jahre älter ist», gab der Afghane zu bedenken. Sie einigten sich schliesslich darauf, vorsichtig zu sein und sich beim ersten Treffen zu küssen. Beim Chat am nächsten Tag erhöhten sie auf Kuscheln und wieder tags darauf beschlossen sie, Geschlechtsverkehr zu haben. Einige Tage später besorgte die Teenagerin dafür Kondome. Zuvor fragte sie beim Afghanen nach, welche sie kaufen solle.

Einverständnis der 13-Jährigen

Als sich die beiden schliesslich trafen, kam es dann auch zwei Mal zum geplanten Geschlechtsverkehr in der Wohngemeinschaft des Beschuldigten. Dies im Einverständnis der 13-Jährigen, wie es in der Anklageschrift heisst. Zudem habe der Mann klar gewusst, dass seine Partnerin erst 13 Jahre alt war. Bei einem weiteren Treffen kam es ebenfalls zu sexuellen Handlungen.

Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall klar: Der Afghane machte sich damit der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind strafbar. Sie beantragt deshalb einen Schuldspruch für den Mann. Er soll zu einer bedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten sowie zu einer Busse von 300 Franken verurteilt werden. Zudem soll er für fünf Jahre des Landes verwiesen werden. Ebenfalls soll ein Verbot für Tätigkeiten mit Minderjährigen im beruflichen sowie ausserberuflichen Bereich ausgesprochen werden.

Die Gerichtsverhandlung findet am Montagmorgen vor dem Kreisgericht St. Gallen statt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Ausschaffungen nach Afghanistan

Aufgrund der aktuellen Lage in Afghanistan hat das Staatssekretariat für Migration SEM beschlossen, bis auf Weiteres keine Flüchtlinge mehr nach Afghanistan abzuschieben. Zudem werden vorübergehend keine neuen Abschiebungsentscheide gefällt. Einzig bei straffälligen afghanischen Flüchtlingen in der Schweiz laufen die Vorbereitungen für eine Ausschaffung weiter, teilte das SEM am Mittwoch auf Twitter mit.

Bist du minderjährig und suchst Beratung oder Hilfestellung zum Thema Sex? Oder kennst du jemanden, der Unterstützung braucht?

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

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