Sex-Mord von Donauwörth: Schweizer vor Gericht
Aktualisiert

Sex-Mord von Donauwörth: Schweizer vor Gericht

Vor dem Kreisgericht in Thun BE muss sich ab Mittwoch ein Schweizer wegen Mordes verantworten. Er soll gemeinsam mit einem Deutschen Komplizen im Juli 2004 einen 15-jährigen Jugendlichen bei Donauwörth D umgebracht haben.

Die beiden homosexuellen Männer kontaktierten ihr Opfer über das Internet und überredeten den Jugendlichen zu «harmlosen Sexspielen». Bei einem Treffen in einem Wald misshandelten die Männer ihr Opfer, würgten den Jungen bis zur Bewusstlosigkeit und töteten ihn mit 30 Bajonettstichen.

Auslieferung abgelehnt

Der geständige Schweizer lehnte eine Auslieferung nach Deutschland ab, weshalb er nun in Thun vor Gericht steht. Der deutsche Mittäter wurde im Sommer 2005 in seinem Heimatland zu lebenslanger Haft und Verwahrung verurteilt.

Bereits eine Woche vor der Tat in Donauwörth hatten es die Männer auf ein anderes Opfer abgesehen. Dieser Jugendliche entkam seinen Peinigern nur knapp. Nach der Tat in Donauwörth planten die Männer den Tod eines weiteren Opfers. Diesmal hätte ein Zwölfjähriger zu Tode gewürgt werden sollen.

Angehender Berufsunteroffizier

Der aus Heimberg bei Thun stammende Schweizer Täter konnte im Juli 2004 festgenommen werden. Der Mann befand sich zu der Zeit in Ausbildung zum Berufsunteroffizier. Die Polizei kam den Tätern durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf die Spur, nachdem ein Phantombild unter anderem in der TV-Sendung «Aktenzeichen XY» ausgestrahlt worden war.

In der Wohnung des Deutschen fand die Polizei E-Mails mit dem Schweizer, in denen die Tötung eines Menschen zur sexuellen Lustbefriedigung beschrieben wurde. Auch das Mobiltelefon des 15- Jährigen Opfers wurde dort entdeckt.

Der Prozess vor dem Kreisgericht Thun dauert voraussichtlich bis am Freitag. Neben Mordes ist der Schweizer auch des versuchten Mordes und der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Mord angeklagt.

(sda)

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