18-Jähriger verurteilt: Sex nach Alk-Exzess
Aktualisiert

18-Jähriger verurteiltSex nach Alk-Exzess

Nach durchzechter Nacht stand die Polizei in Basel vor der Türe von Ricardo S.* Der Vorwurf: Schändung einer Minderjährigen.

von
Jonas Hoskyn

Der 18-jährige Ricardo und die vier Jahre jüngere Tanja* kannten sich schon länger. Im letzten Sommer trafen sie sich in der Badi. In den Tagen danach chatteten sie immer wieder miteinander. Als Ricardo an einem Samstagabend im Juli 2009 eine sturmfreie Bude hatte, besorgte er eine Flasche Wodka und lud Tanja zu einem gemütlichen Abend zu sich nach Hause ein. Schnell waren die beiden betrunken und begannen rumzuknutschen.

Wer dann die Idee hatte, ins Schlafzimmer zu gehen, wurde auch am Dienstag vor Gericht nicht klar. Ricardo sagte aus, dass beide mit dem Sex einverstanden gewesen seien. Tanja hingegen behauptete, sie sei so ­betrunken gewesen, dass sie nichts mehr mitgekriegt habe. Entsprechend forderte die Staatsanwaltschaft wegen Schändung 15 Monate Gefängnis für Ricardo. Allerdings wiesen die Aussagen des Opfers grosse Widersprüche auf – und ihre grossen Erinnerungs­lücken in Bezug auf den Abend konnte sich nicht einmal der Gerichtsmediziner erklären.

Das Gericht sprach Ricardo in dubio pro reo vom Vorwurf der Schändung frei. Für den Sex mit einer Minderjährigen erhielt er eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 120 Franken und muss Tanja 1000 Franken Genugtuung zahlen. Die härteste Strafe hat er bereits hinter sich: Wegen des Vorwurfs der Schändung sass er über einen Monat in U-Haft.

*Name der Redaktion bekannt

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