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Agglo-DatingSex outside the City

Auf der Suche nach passenden Partnern pendeln Manhattans Frauen immer häufiger in die Vororte. Grund: Die Auswahl ist besser und die Konkurrenz kleiner.

von
Martin Suter
New York
Warum sich den Dating-Stress in der Stadt antun, wenn es in der Agglo viel entspannter zu und her geht? (Symbolbild: Colourbox)

Warum sich den Dating-Stress in der Stadt antun, wenn es in der Agglo viel entspannter zu und her geht? (Symbolbild: Colourbox)

Dating in New York ist Fluch und Segen zugleich. Das wissen alle, die Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda bei ihrer wechselvollen Männersuche in «Sex and the City» zugeschaut haben. Jetzt haben immer mehr Frauen in der grössten US-Stadt genug vom oft frustrierenden Konkurrenzkampf: Sie fahren in die Vororte und halten unter den wohlhabenden Bewohnern von Gemeinden ausserhalb der Stadt nach Partnern Ausschau.

Den neuen Dating-Trend der Stadtflucht hat die «New York Post» entdeckt. Die Boulevardzeitung hat einige beruftstätige Frauen in besseren Positionen gefunden, die ein- oder mehrmals die Woche abends nach Suburbia pendeln. Megan Glynn zum Beispiel, eine 30-jährige Präsentationsexpertin beim Juwelier David Yurman, fährt oft nach Greenwich. Das 30 Minuten entfernte Städtchen im Nachbarstaat Connecticut ist für seine hohe Dichte an Superreichen landesweit bekannt. «Früher gab es dort nur Familien, aber jetzt ist es ein Mini-Mekka des Business», hat Glynn laut «Post» festgestellt.

«Keine metrosexuellen Männer»

Die Frau ist auf der Suche nach Männern mit etablierter Karriere im Finanzgeschäft. Die meisten Männer in New York seien zu sehr mit ihrem Ego beschäftigt, sagte Glynn der Zeitung. «Typen hier sind persönlich beleidigt, wenn sie eine Flasche kaufen müssen, um in einen Club zu kommen. Oder haben Hemmungen, wenn sie ein Mädchen nach Hause in die WG nehmen sollen, die sie mit fünf anderen Typen teilen.»

Robyn Kassner kommt zu einem ähnlichen Schluss: «In Manhattan finden sich sogar hässliche Typen heiss», sagte die 35-jährige PR-Unternehmerin. In Connecticut dagegen seien Männer «sehr normal, sehr süss, sehr bescheiden. Mode interessiert sie nicht, sie sind nicht metrosexuell.»

Zuviel Frauen in der Stadt

In Connecticut, auf Long Island oder im angrenzenden Westchester auf die Pirsch zu gehen, macht auch zahlenmässig Sinn. In New York City sind Frauen nämlich mit einem Anteil von 53 Prozent in der Überzahl. In Trendquartieren wie Tribeca oder Greenwich Village ist das Verhältnis der Geschlechter noch extremer. Bei den jungen Singles kommen hier bald einmal auf jeden Mann zwei Frauen. Das krasse Ungleichgewicht ist der demographische Hintergrund, warum es für gut ausgebildete, berufstätige Frauen in New York so schwierig ist, einen möglichen Ehepartner zu finden.

Das Zahlenverhältnis ist ausserhalb der Stadt günstiger. «Die Männer sind nicht in der Stadt», sagte TV-Beziehungsexpertin Patti Singer zur «Post». «Beim schleppenden Wirtschaftsgang kaufen sie Häuser und ziehen weg. Wenn Du heiraten willst, musst du dorthin gehen, wo die Männer sind.» Und wo die Konkurrenz kleiner ist. Megan Glynn hat herausgefunden, dass sie in den Clubs von Connecticut eher auffällt: «Es gibt dort nicht viele attraktive Frauen.»

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