Aktualisiert 26.02.2010 16:52

Skandal in SpanienSex-Priester griff in den Opferstock

Dieser spanische Priester hält definitiv nichts vom Keuschheitsgebot. Er hat im Internet seine Sex-Dienste angeboten und Geld aus dem Opferstock für Telefonsex und Porno-Websites zweckentfremdet.

von
pbl

«Heterosexueller Mann für Frauen und Paare, echte Fotos, gut bestückt (15 cm)», schrieb der 27-jährige Samuel Martin Martin, ein Pfarrer von zwei kleinen Gemeinden im Zentrum Spaniens, in einer Internet-Annonce. Das berichtete die Zeitung «El Mundo». Er sei «für alles offen» ausser für Sadismus und werde «Freude wie nie» bereiten, fügte er hinzu. Für 15 Minuten Sex verlangte der Geistliche 50 Euro, für eine Stunde 120.

«El Mundo» veröffentlichte ein Foto, das den bärtigen Priester in Unterhose und mit eingezogenem Bauch zeigt. Sein Dienstherr, der Erzbischof von Toledo, gleichzeitig Primas der katholischen Kirche Spaniens, erklärte, nach den «bedauernswerten Vorfällen» sei er seines Amtes enthoben worden. Der Ärger war umso grösser, als Martin laut «El Mundo» Geld aus dem Opferstock seiner Gemeinden genommen hatte, um seine Annoncen sowie Anrufe bei Sex-Hotlines zu finanzieren. Bis zu 17 000 Euro soll er dafür ausgegeben haben.

Nach Angaben der Bürgermeisterin im 1000-Seelen-Ort Noez, eines der von Martin betreuten Dörfer, war es ein offenes Geheimnis, dass dieser der Prostitution nachging. Darüber seien viele Gerüchte im Umlauf gewesen, sagte sie. Während einer Messe gestand Samuel Martin seinen Gemeindemitgliedern, dass er ihre Spenden veruntreut hatte, und bat um Vergebung. Er werde das Geld zurückzahlen, versprach er. Danach ging er auf Tauchstation – er soll sich in psychiatrischer Behandlung befinden. (pbl/sda)

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