Sex & Sabotage: Die Ausreden der Dopingsünder
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Sex & Sabotage: Die Ausreden der Dopingsünder

Die Sabotage-Theorie, der sich nun auch 100-m-Weltrekordhalter Justin Gatlin (USA) bedient, ist eine von verschiedensten Erklärungsversuche für einen positiven Dopingtest. Eine kleine Auswahl aus den letzten Jahren.

Im aktuellen Fall hat Gatlins Trainer Trevor Graham (Jam) inzwischen weitere Details veröffentlicht. Der Täter, den Graham zu kennen glaubt, sei ein Masseur, den er entlassen und danach wieder eingestellt habe. Dieser Mann habe mit dem US-Star an den Kansas Relays Ärger gehabt und sich so an ihm gerächt. Er habe Gatlin ohne dessen Wissen eine testosteronhaltige Salbe eingerieben. «Als Gatlin damals ins Zimmer kam, steckte der Masseur ganz eilig eine weisse Creme-Dose in seine Tasche», wird Graham zitiert.

Einen Freispruch erreichte der NBA-Basketballer Carmelo Anthony. Ein Freund schwor vor Gericht, dass die im Rucksack des Denver-Spielers gefundenen Substanzen ihm und nicht dem Sportler gehörten. In die Sparte Sabotage gehört auch Dieter Baumanns (De) Behauptung, wonach ihm ein unbekannter Täter via Zahnpasta Nandrolon hinterhältig verabreicht habe.

Sexualleben als Ursache

Für die Substanz Testosteron, wie sie nun bei Floyd Landis und Gatlin zum Vorschein gekommen ist, gab US-Sprinter Denis Mitchell sein Sexualleben preis. Er habe in der Nacht vor der Kontrolle viel Sex gehabt und auch (wie Landis) viel Bier getrunken. Auch der Konsum von Kokain lässt sich auf diese Weise begründen. «Der einzige Grund, weshalb ich dies gemacht habe, war der Wunsch, meine sexuelle Leistung zu verbessern», gab der rumänische Fussballer Adrian Mutu 2004 zu Protokoll.

Auch die kranke Schwiegermutter kann offenbar der Grund sein für einen Medikamententransport im grösseren Stil. Diese Dopingmittel wurden am italienischen Zoll im Auto der schwangeren Frau des litauischen Radprofis Raimondas Rumsas gefunden. Der Belgier Frank Vandenbroucke gab sogar an, dass das in seinem Haus gefundene Anabolika und EPO für seinen Hund bestimmt sei.

Der belgische Quer-Spezialist Mario De Clercq rechtfertigte einschlägige Eintragungen in seinem Trainings-Tagebuch als Vorlage für einen Roman. Der italienische Strassenfahrer Gilberto Simoni sah den Grund für einen positiven Kokain-Test in Caramel-Bonbons, die er aus Südamerika mitgenommen habe. In Bolivien wurde sowohl ein Brasilianer als auch ein Fussballspieler des Heimteams mit Kokain erwischt. Die Substanz soll in einem Tee enthalten gewesen sein, den man zur besseren Höhenakklimatisation in den Anden getrunken habe...

(si)

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