Beate Uhse: Sex sells - auch in der Krise
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Beate UhseSex sells - auch in der Krise

«Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten möchte der Verbraucher auf kleine nette Annehmlichkeiten nicht verzichten - und die Erotik gehört dazu», meint ein Beate-Uhse-Sprecher. Die Zahlen seiner Firma geben ihm Recht.

Der Konzern mit Sitz in Flensburg, der nach eigenen Angaben das weltweit grösste Unternehmen der Branche ist, konnte 2008 das Vorsteuerergebnis (EBT) auf rund 3,1 Millionen Euro steigern - gegenüber einem Verlust von 7,9 Millionen im Vorjahr. Das Konzernergebnis lag bei rund 2,3 Millionen Euro, nach einem Minus von rund 13,2 Millionen in 2007. Der Konzernumsatz ging hingegen von 268 Millionen auf knapp 253 Millionen Euro zurück.

Beate Uhse blickt trotz der allgemeinen Wirtschaftsflaute optimistisch in die Zukunft: 2009 soll der Gewinn vor Steuern auf rund sechs Millionen Euro verdoppelt werden. «Mit der Erotik haben wir ein wundervolles Produkt, das sich immer verkaufen wird - aber wir müssen es anders vermarkten», sagte Beate-Uhse- Vorstandssprecher Serge van der Hooft.

Mehr Kundenorientierung

Im vergangenen Jahr wurden bereits die Vertriebskanäle Shop, Katalog und Internet zusammengeführt und ein gemeinsames Marketingkonzept entwickelt. «Die Kunden finden nun überall die gleichen Produkte», sagte der neue Marketing-Chef Jan Boddaert.

Ausserdem sollen neue Zielgruppen erschlossen werden, beispielsweise mit sogenannten Homepartys. Wie bei einer Tupperparty kommt eine Beraterin nach Hause. «Damit wollen wir Frauen erreichen, die sich nicht in Sex-Shops trauen», sagte van der Hooft. Unter dem Namen «Ladies Nights» sei dies in den Niederlanden mit rund 230 Beraterinnen bereits sehr beliebt. Ebenfalls angestrebt werde eine Kooperation mit Warenhäusern und der Ausbau der Produktpalette in Bereichen wie Wellness und Accessoires.

Bereits im vergangenen Jahr hat der Konzern mit einer umfangreichen Restrukturierung begonnen. Zukünftig soll es nur noch zwei Shop-Typen geben: Die am Rande von Autobahnausfahrten und in Gewerbegebieten gelegenen Fun Center, die sich eher an Männer richten, und die Premium-Shops in guter Innenstadtlage, die Frauen und Paare ansprechen sollen. Bisher seien sechs Shops auf Premium umgestellt worden, in den nächsten 12 bis 18 Monaten sollen die übrigen Länden folgen.

Keine Dividende für 2008

Insgesamt 27 unrentable Shops wurden 2008 geschlossen, davon 17 in Deutschland. Wegen der geringeren Ladenzahl ging der Umsatz im Einzelhandel von 82,7 Millionen auf 73,8 Millionen Euro zurück.

Im Versandhandel, dem wichtigsten Geschäftsbereich von Beate Uhse, wurden Umsätze von gut 111 Millionen Euro erwirtschaftet, nach 109,3 Millionen im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich auf 5,8 Millionen Euro gegenüber einem Minus von 1,6 Millionen Euro in 2007. Eine Dividende will Beate Uhse dennoch nicht gezahlt. (sda)

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