16.06.2017 08:23

Zu viel Alkohol

Sex-Skandal beim «Bachelor»

Eine Kandidatin der US-Kuppelshow «The Bachelor in Paradise» erhebt schwere Vorwürfe gegen die Produktionsfirma. Sie behauptet, vergewaltigt worden zu sein – vor laufender Kamera.

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los
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Das sind die Kandidaten von «Bachelor in Paradise». Sie alle waren bereits beim «Bachelor» oder bei der «Bachelorette» dabei, gingen bei der Suche nach der grossen Liebe aber leer aus. Doch auch Versuch Nummer zwei scheiterte; Corinne Olympios (6. v.l. vorne) beschuldigt DeMario Jackson (3. v.r. hinten) eines sexuellen Übergriffs. Sie sei zu betrunken gewesen und habe sich nicht wehren können.

Das sind die Kandidaten von «Bachelor in Paradise». Sie alle waren bereits beim «Bachelor» oder bei der «Bachelorette» dabei, gingen bei der Suche nach der grossen Liebe aber leer aus. Doch auch Versuch Nummer zwei scheiterte; Corinne Olympios (6. v.l. vorne) beschuldigt DeMario Jackson (3. v.r. hinten) eines sexuellen Übergriffs. Sie sei zu betrunken gewesen und habe sich nicht wehren können.

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Die Show wurde gestoppt, Untersuchungen laufen auf Hochtouren.

Die Show wurde gestoppt, Untersuchungen laufen auf Hochtouren.

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Alkohol floss offenbar in Strömen.

Alkohol floss offenbar in Strömen.

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Man mag von den internationalen Kuppelshows «Bachelor» und «Bachelorette» halten, was man will. Das jüngste Ereignis, das sich eben erst in den USA absgespielt hat, sprengt aber alle Dimensionen: Eine Kandidatin behauptet, in der Spezialsendung «The Bachelor in Paradise» vor laufenden Kameras vergewaltigt worden zu sein.

Nachdem die beiden Kandidaten Corinne Olympios und DeMario Jackson laut TMZ.com massenhaft Alkohol konsumiert hatten, praktizierten sie Oralsex im Swimmingpool –offenbar gegen den Willen von Olympios. Corinnas Erinnerung wurde jedoch vom Alkohol überschwemmt – sie soll erst am Tag danach erfahren haben, was geschehen war.

Nun beschuldigt Olympios die Produzenten von Warner Brothers, sie hätten nicht rechtzeitig eingegriffen, und erwägt rechtliche Schritte. Angeblich sind nämlich auch die Verantwortlichen von Mitarbeitern über den Vorfall informiert worden, doch die hätten die Sache nicht ernst genommen.

Jackson weist Vorwürfe zurück

Während Warner Brothers in einem Statement ausrichten liess, dass die Produktionsarbeiten unterbrochen und die Vorwürfe untersucht würden, weist DeMario Jackson die Anschuldigungen zurück: Die Behauptungen seien «falsch und bösartig».

Auch Olympios selbst hat sich inzwischen zu Wort gemeldet: «Ich bin ein Opfer und habe die letzte Woche damit verbracht, zu verstehen, was am 4. Juni passiert ist», sagte sie zu TMZ.com. Obwohl sie nur wenige Erinnerungen an diese Nacht habe, sei offensichtlich etwas Schlimmes passiert, weshalb die Produktion gestoppt worden sei und ein Produzent der Show nun Beschwerde gegen die Produktion eingereicht habe.

Alkohol als Enthemmer

Doch welche Rolle kommt den von Olympios direkt Beschuldigten, der Produktionsfirma, zu? Produzent James Callenberger, ein alter Hase im Reality-Format-Business, räumt bei Vulture.com ein, dass Produzenten im Vorfeld mithilfe von Interviews potentielle Geschichten lenken würden.

Es sei reine Spekulation, doch wäre es durchaus vorstellbar, dass ein Produzent zu Olympios Dinge gesagt hat wie: «Es wäre toll zu sehen, wie du und DeMario einander näher kommt.» Ein weiterer wiederum könnte dem Protagonisten parallel erzählt haben, dass Olympios in ihn verknallt sei und er nun den nächsten Schritt tun solle. Ein dritter Produzent wiederum könnte anschliessend die explizite Szene betreut haben, während ein vierter, der von allen Gesprächen nichts mitbekommen hatte, das Ganze komplett missverstanden und den Fall ins Rollen gebracht haben könnte.

Dennoch hält Callenberger fest, dass der Überfluss an Alkohol die Angelegenheit kompliziert mache. Einerseits sollen mit dem Konsum zwar die Stimmung gelockert und die Hemmungen gelöst werden. Andererseits aber müssten die Produzenten – gerade wegen des Alkohols – besonders achtsam sein, dass nichts ohne gegenseitige Zustimmung passiere. «Das ist ein extrem schmaler Grat, auf dem man sich bewegen muss, um am Ende dennoch das bestmögliche Ergebnis abzuliefern.»

3+-Chef Kaiser: «In der Schweiz undenkbar»

Aktuell sucht im Schweizer Pendant «Die Bachelorette» bei 3+ Eli nach ihrem Traumprinzen. Was sagt Senderchef Dominik Kaiser zum Sex-Skandal in den USA? «Was bei ‹Bachelor in Paradise› wirklich vorgefallen ist, ist noch unklar. Es kursieren divergierende Medienmeldungen und Statements», gibt er sich gegenüber 20 Minuten zurückhaltend.

Bezüglich der Kandidatinnen-Sicherheit hierzulande versichert Kaiser: «Dass bei Schweizer Sendungen die Produktionsfirma die Protagonisten oder die Protagonistin bei nicht einvernehmlichen Handlungen filmen und nicht einschreiten würde, ist absolut undenkbar.» Die Bachelorette und der Bachelor würden bei den Dreharbeiten stets von einem oder mehreren Mitarbeitern der Produktion begleitet und seien somit nie allein bei einem Treffen.

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