Iran - Schweiz: «Sex-Skandal» geschah auf Militärgebiet
Aktualisiert

Iran - Schweiz«Sex-Skandal» geschah auf Militärgebiet

Der kompromittierende Vorfall mit einem Schweizer Diplomaten und seiner iranischen Freundin in Teheran hat sich im März 2008 beim Campieren auf militärischem Gebiet ereignet. Das Paar wurde vom Militär aufgegriffen.

Weitere Gespräche seien zurzeit im Gang, sagte EDA-Sprecher Jean Philippe Jutzi zu jüngsten Medienberichten. Was die Umstände betrifft, die zur Ermahnung und schliesslich zum Abzug des 50-jährigen Diplomaten aus dem Iran führten, so ist vorerst Folgendes bestätigt: Der Leiter Sektion US-Interessen campierte mit seiner iranischen Freundin bereits im vergangenen März am Stadtrand von Teheran. Kontrolliert wurden sie laut Jutzi vom Militär, da der Aufenthaltsort im Militärgebiet liegt.

Was in der Folge genau passierte, ist vorerst unklar, insbesondere die Frage, ob im Zusammenhang mit den Vorfall eine Kaution bezahlt wurde. Eine Verhaftung fand aber definitiv nicht statt, wie das EDA bereits am Montagabend erklärte. Klar ist auch, dass der Vorfall mit den strengen moralischen Sitten des Gastlandes nicht vereinbar war. Das EDA sprach von einer «bedauernswerten Angelegenheit».

Ob das Paar noch am Tag des Vorfalls ausreiste, liess Jutzi vorerst offen. Der Diplomat wurde, wie berichtet, ermahnt und vorübergehend in einer anderen Schweizer Vertretung im Ausland stationiert. Er wurde nun in die Zentrale nach Bern zurückbeordert. Er war zu keiner Zeit suspendiert. Laut Jutzi befand er sich vorerst noch nicht in der Schweiz, die Repatriierung sei im Gang. Ob auch die Iranerin in die Schweiz kommt, war nicht klar.

Inwiefern der Fall Auswirkungen auf das Mandat der Schweiz für die USA im Iran haben könnte und ob die Amerikaner interveniert haben, ist nicht klar. Bei der Frage, warum die iranischen Medien den Vorfall vom März 2008 gerade zum jetzigen Zeitpunkt zu einem «Sex-Skandal» hochstilisieren, gehen die Meinungen auseinander. In Medienkommentaren werden inneriranische Ränkespiele ebenso nicht ausgeschlossen wie ein Zusammenhang mit der künftigen Vertretung der USA im Iran. (dapd)

Deine Meinung