Sex-Skandal in St. Pölten: 5100 Kirchenaustritte
Aktualisiert

Sex-Skandal in St. Pölten: 5100 Kirchenaustritte

Nach dem Sex-Skandal laufen der österreichischen Diözese St. Pölten die Schäfchen davon.

Mindestens 5129 Menschen traten letztes Jahr aus der Kirche aus, wie ORF NÖ Online am Dienstag meldete.

Das sind 45 Prozent mehr als im Jahr 2003. Trotz noch unvollständiger Zahlen sei dies ein Rekordwert, hiess es in dem Medienbericht.

Laut Angaben der Kirche traten die meisten Menschen im März, August und im Dezember aus. Generalvikar Leopold Schagerl räumte in dem Bericht ein, die Affäre um das Priesterseminar sei ein wesentlicher Faktor, der die Zahlen mitbestimmt habe.

«Auf der anderen Seite kann man nicht alles an diesen Ereignissen festmachen», sagte Schagerl. Es gebe eine «Verdünnung des Glaubens», der «die Menschen in ihrer Bereitschaft in der Kirche zu bleiben verunsichert».

Im vergangenen Sommer war bekannt geworden, dass Teilnehmer des Priesterseminars homosexuelle Kontakte unterhalten und Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen hatten. Bischof Kurt Krenn versuchte die Affäre zunächst auszusitzen, musste dann aber auf Druck des Vatikans zurücktreten.

(sda)

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