Liebestolle Kanadier: Sex statt Eishockey

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Liebestolle KanadierSex statt Eishockey

Eishockey ist in Kanada nicht nur ein Sport, sondern nahezu eine Religion. Ein Wunder, dass wegen des NHL-Lockouts nicht gleich die Staatstrauer ausgerufen wurde. Doch die Kanadier haben Alternativen gefunden.

von
mon
Lust statt Frust: Die Kanadier haben eine sinnvollen Ersatz fürs NHL-Hockey gefunden. (Bilder: colourbox.com/Keystone)

Lust statt Frust: Die Kanadier haben eine sinnvollen Ersatz fürs NHL-Hockey gefunden. (Bilder: colourbox.com/Keystone)

Eigentlich würde der Kanadier seit einem guten Monat regelmässig zum «Hockey» pilgern. In die gut gefüllte Eishalle, wo er seine «Canucks», «Habs», «Flames», «Oilers», «Sens» oder wie sie alle heissen lautstark anfeuern würde. Doch NHL-mässig herrscht im Mutterland des Eishockeys momentan eine Flaute. Millionäre (die Spieler) und Millardäre (die Teambesitzer) streiten sich um viel Geld, weshalb die Millionäre ihre Schlittschuhe nun vorübergehend anderswo schnüren. Der nordamerikanische Hockey-Fan schaut dabei in die Röhre. Ganz nach dem Motto: ohne Moos nix los.

Doch die Kanadier sind ein fröhliches Volk und lassen sich durch die Kapriolen der NHL-Akteure die Laune nicht verderben. So haben sie sich rasch nach einer alternativen Freizeitbeschäftigung umgesehen. Und deshalb wird jetzt offenbar das Forechecking fleissig in den Betten geübt. Sex-Shops in der Provinz Alberta vermelden laut der «Toronto Sun» im Herbst regelrecht einen Boom - und machen den Lockout für diesen verantwortlich. «Eigentlich würden wir uns jetzt fürs Hockey bereit machen», sagt eine Sex-Shop-Inhaberin aus Edmonton gegenüber dem Blatt. «Aber es gibt ja keins. Also müssen wir irgendetwas finden, um unsere Zeit zu vertreiben.» Sie habe in ihrem Geschäft seit Oktober 15 Prozent mehr Sexspielzeug, erotische Lektüre und Unterwäsche verkauft als üblich.

Auch die Konkurrenz macht ähnliche Beobachtungen. «Ich nehme an, das fehlende Hockey ist einer der Gründe, weshalb es so voll ist», sagt ein anderer Ladeninhaber. Aber auch das kalte Wetter habe wohl seinen Teil mit beigetragen. Die «Huffington Post» hat auch noch eine andere Erklärung bereit: Möglicherweise sei der Anstieg nur auf einen Trend im Konsumverhalten zurückzuführen. Denn bereits im Mai sei dem Verkauf von Sexspielzeug ein Boom vorausgesagt worden.

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