Auch Frankreich kann royal: Sex und andere Zeichen der Könige
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Auch Frankreich kann royalSex und andere Zeichen der Könige

In Frankreich wurde der republikanische Gedanke geboren, dennoch hält sich das Erbe der Monarchie hartnäckig. Die Sex-Eskapaden seiner Amtsträger sind eines von vielen Beispielen.

von
kri

Es ist eine grosse Ironie der europäischen Geschichte, dass sich ausrechnet das Mutterland der republikanischen Idee so schwer tut, mit seiner imperialen Vergangenheit abzuschliessen. Zwischen der französischen Revolution 1789 und dem deutsch-französischen Krieg 1870 wechselten sich in Frankreich Republik, Kaiser und Könige munter ab. Selbst General Charles de Gaulle wird nachgesagt, in den 1950er-Jahren mit dem Gedanken gespielt zu haben, der Monarchie in Frankreich zu einem Comeback zu verhelfen. Letztlich schuf er die Fünfte Republik, die bis heute Bestand hat.

Doch die Zeichen der Monarchie haben überlebt. Der französische Staatspräsident geniesst königlich anmutende Vollmachten, darunter das Recht, jederzeit das Parlament aufzulösen, Präfekten zu ernennen oder den Atomknopf zu drücken. Sein Amtssitz, der Elysée-Palast, sowie seine Leibgarde stehen dem Hofzeremoniell im Buckingham Palace in wenig nach. Zahlreiche aussereheliche Affären erinnern an das Mätressentum des Sonnenkönigs in Versailles. Auch Schwerenöter Dominique Strauss-Kahn fügt sich nahtlos in diese Tradition ein.

Die «Grande Nation» ist ein bisschen Monarchie geblieben, wie die obige Bildstrecke illustriert. Nicht von ungefähr bezeichnete de Gaulle die von ihm geschaffene Fünfte Republik als «republikanische Monarchie».

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