«Das ist gefährlich»: Sex unter der Dusche ist nur in Hollywood toll
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«Das ist gefährlich»Sex unter der Dusche ist nur in Hollywood toll

Sexszenen wirken besonders heiss, wenn sie in der Dusche stattfinden. Für Expertinnen aber ist klar: Im Film funktionieren sie, im echten Leben nicht wirklich.

von
Schimun Krausz

Ob Sex, Spinnen oder Morde: Hollywood liebt es, unter der Dusche zu drehen. Hier sind einige der berühmtesten Dusch-Szenen der Filmgeschichte. <i>(Video: 20 Minuten mit Material von Youtube)</i>

Duschszenen üben eine grosse Anziehungskraft aufs Kino- und Fernsehpublikum aus – egal, ob es Kevin Spacey ist, der sich zu Beginn von «American Beauty» unter der Brause einen runterholt, oder Dakota Johnson und Jamie Dornan es sind, die in «Fifty Shades Darker» wild in der Dusche rummachen.

«Jemandem in der Dusche zuzusehen, hat einen voyeuristischen Aspekt», erklärt Sexualtherapeutin Dania Schiftan. «Es geht darum, dass man meistens nicht wirklich etwas sieht», fährt sie fort, «viele Szenen spielen sich ja hinter einem Vorhang oder einer beschlagenen Scheibe ab. Das ist so ähnlich wie ein Busenblitzer – man ist sich nie ganz sicher, ob er wirklich zu sehen sein sollte, ob er so gedacht war.»

Gleitmittel-Mangel

«In der Dusche kann Intimität gut dargestellt werden», so Sex-Expertin Maggie Tapert, «rein technisch ist es in einem Film schwierig, Sex in einem Bett zu zeigen. Unter der Dusche aber ist es nass, hell, beide Akteure stehen, Gesicht und Körper sind gut zu sehen.» Zudem habe das fliessende Wasser einen symbolischen Aspekt: Sex müsse feucht und nass sein, sonst sei er nicht gut.

In der Praxis – sprich: abseits der Leinwand – sehe das jedoch anders aus. Tapert führt aus: «Das Wasser in der Dusche ist nicht dasselbe Nass, wie wenn eine Frau oder ein Mann feucht wird. Wasser wäscht unser natürliches Gleitmittel weg.» Darum funktioniere die Penetration unter fliessendem Wasser für gewöhnlich auch nicht sehr gut – dasselbe gelte bei Sex im Swimmingpool.

Zungen- und Handarbeit

Aber zurück in die Dusche: «Der Vorhang klebt am Arsch, es hat zu wenig Platz – Tatsache ist, dass der Sex nie so sein wird, wie er im Film aussieht» (wo übrigens oft kaltes Wasser verwendet wird, damit die Kameralinse nicht beschlägt), fährt Tapert fort. Schiftan geht sogar noch einen Schritt weiter. «Auch wenn es blöd klingt: Sex in der Dusche ist ganz schön gefährlich. Da passieren immer wieder Unfälle», so die Sexualtherapeutin, «bei Hetero-Paaren beispielsweise gibt es oft Grössenunterschiede, weshalb er sie hochheben oder sie irgendwo draufstehen muss. Dann herrscht wirklich grosse Rutschgefahr und es ist zudem echt kompliziert.» Sie empfiehlt daher, erst mal in der trockenen Küche auszuprobieren, ob Sex im Stehen überhaupt funktioniert.

Und sollte man es doch mal unter der Dusche versuchen wollen, dann sind sich beide Expertinnen einig, welche Praktiken sich dafür am besten eignen. «Manueller Verkehr» – also alles, wobei die Hände zum Einsatz kommen – biete sich an, findet Schiftan. Und Tapert ergänzt: «Oralsex funktioniert in der Dusche wahrscheinlich viel besser als Penetration und kann ganz geil sein. Man muss einfach aufpassen, dass der Kopf nicht voll unter Wasser ist.»

Oben im Video haben wir für Sie einige der berühmtesten Duschszenen in der Geschichte Hollywoods zusammengestellt.

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