Enthaltsame WM: Sex-Verbot in Katar? Fussball-Fans drohen bis zu 7 Jahre Haft
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Enthaltsame WMSex-Verbot in Katar? Fussball-Fans drohen bis zu 7 Jahre Haft

Schlechte Nachrichten für alle Singles und unverheirateten Paare, die an die Fussball-WM reisen. Gemäss eines englischen Medienberichts können Fans in Katar bis zu sieben Jahre ins Gefängnis wandern, wenn sie unehelichen Sex haben.

von
Florian Gnägi
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Flasche leer im Bett der Schweizer Fussball-Fans? In Katar droht den Nati-Anhängern ein Sex-Verbot!

Flasche leer im Bett der Schweizer Fussball-Fans? In Katar droht den Nati-Anhängern ein Sex-Verbot!

imago images/Sportimage
Gemäss einer englischen Zeitung soll für einen One-Night-Stand bis zu sieben Jahre Haft im Strafenkatalog der Katari stehen.

Gemäss einer englischen Zeitung soll für einen One-Night-Stand bis zu sieben Jahre Haft im Strafenkatalog der Katari stehen.

EXPA/ PIXSELL/freshfocus
Die Strafe gelte demnach aber nur für Singles. Verheiratete sollen von dem Sex-Verbot ausgenommen sein.

Die Strafe gelte demnach aber nur für Singles. Verheiratete sollen von dem Sex-Verbot ausgenommen sein.

Urs Lindt/freshfocus

Darum gehts

Dass bei der Fussball-WM in Katar so einiges anders sein wird als bei vergangenen Turnieren, ist längst bekannt. Ein Alkoholverbot steht zur Debatte, zudem sollen es einige Hotels ablehnen, homosexuelle Menschen zu beherbergen. Nun sorgt neu eine Meldung aus England über ein angebliches Sexverbot in Katar für Wirbel.

«Sex sollte nicht auf dem Plan stehen, es sei denn, man reist als Ehepaar nach Katar», erklärt ein britischer Polizist der «Daily Mail». «Bei diesem Turnier wird es definitiv keine One-Night-Stands geben, ausser man will im Gefängnis landen», so die anonyme Quelle, die weiter meint: «Bei der diesjährigen WM gibt es im Grunde zum ersten Mal überhaupt ein Sexverbot. Die Fans müssen darauf vorbereitet sein.» Laut mehreren Medienberichten kann unverheirateter Sex in Katar mit einer Gefängnisstrafe von bis zu sieben Jahren bestraft werden.

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Keine klare Ansage von EDA und Schweizer Botschaft

20 Minuten hat bei Travelclub, dem offiziellen Reisebüro des Schweizerischen Fussballverbands (SFV), nachgefragt, was das angebliche Sex-Verbot in Katar für die Nati-Fans bedeutet. «Mit diesem Thema haben wir uns bislang nicht befasst», sagt Antonio Gambardella, Managing Director von Travelclub. Man habe sich zuletzt auf andere Fragen konzentriert, mit denen sich die Nati-Fans bei einem WM-Trip auseinanderschlagen müssen. Der Umgang mit dem Thema Alkohol oder die Organisation der fast kaum vorhandenen Unterkünfte im Gastgeberland stünden im Fokus. «Wir haben allerdings die Information von vor Ort, dass nicht verheiratete Paare in den Hotels, Kreuzfahrtschiffen und Wohnungen übernachten dürfen, welche wir den Schweizer Fans anbieten», so Gambardella. 

Der Schweizerische Fussballverband lässt auf Anfrage von 20 Minuten ebenfalls ausrichten, dass er zuvor noch nie von dieser Sexverbot-Thematik gelesen habe. «Im Hinblick auf die WM werden wir zeitnah zum Turnier und unter genauer Kenntnis der Fakten- und Rechtslage sowie im Austausch mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Informationen für die Fans kommunizieren», heisst es von Verbandsseite.

Beim EDA selber verweist man auf die Behörden in Katar. Eine entsprechende Anfrage von 20 Minuten bei der Schweizer Botschaft in Doha liefert aber ebenfalls keine Klarheit. «Das ist Sache von der Regierung», heisst es. Man könne weder bestätigen noch ausschliessen, dass den Fussball-Fans für unehelichen Sex drastische Strafen drohen.

Gleiche Strafen für WM-Touristen

Klar ist, dass Sex ausserhalb der Ehe in Katar auch unabhängig von der WM als schweres Vergehen gilt und wie offen gelebte Homosexualität hart bestraft werden kann. Die nationalen Behörden im Wüstenstaat kündigten bereits an, bei der Durchsetzung der Gesetze keinen Unterschied zwischen Einheimischen und Fussball-Touristen zu machen. 

Zuletzt hatte der katarische Generalmajor Abdulaziz Abdullah Al Ansari davor gewarnt, Regenbogenfahnen in den Stadien zu hissen, weil gemäss seiner Aussage sonst nicht dafür garantiert werden könne, dass es tätliche Angriffe auf Unterstützer der Schwulenrechtsbewegung gäbe.

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