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Doktor Sex«Sexlust - trotz Verbot durch Religion?»

Maya hat gehört, dass Sex vor der Ehe in manchen Religionen tabu ist. Sie fragt sich, wie Menschen, die von diesem Verbot betroffen sind, mit ihrer Lust umgehen.

von
bwe
Kein Sex vor der Ehe - eine Regel, die viele Menschen in Gewissensnöte bringt. (Symbolbild: Colourbox.com)

Kein Sex vor der Ehe - eine Regel, die viele Menschen in Gewissensnöte bringt. (Symbolbild: Colourbox.com)

Frage von Maya (17) an Doktor Sex: Ich habe gehört, dass in manchen Religionen Sex vor der Ehe tabu ist. Nun frage ich mich, wie das wohl für diese Menschen ist. Haben sie trotz des Verbotes manchmal Lust auf Sex?

Antwort von Doktor Sex:

Liebe Maya

Hauthunger, die Lust nach Nähe, Sinnlichkeit und Sexualität, orientieren sich nicht an Verboten. Sie sind Urbedürfnisse, ein Teil der menschlichen Natur und deshalb für alle und in jedem Lebensalter ein Thema, wenn auch nicht immer gleich stark. Es mutet daher schon irgendwie seltsam an, dass ein liebender Gott - egal, welche Religion er begründet hat - seine Kreatur mit Bedürfnissen ausgestattet haben soll, die zu befriedigen er danach an bestimmte Formen des Zusammenlebens oder andere gesellschaftliche Bedingungen knüpft.

Dass Sex vor der Ehe in manchen Religionen verboten ist, bringt viele Menschen in eine ausweglose Situation. Sie sind ständig hin und her gerissen zwischen ihren natürlichsten Bedürfnissen und den Auflagen, die durch ihre Religion gegeben sind. Egal welchem Impuls sie auch folgen, ihre Entscheidung ist immer falsch, denn entweder bleibt der religiöse oder der natürliche Anspruch unerfüllt.

Es ist daher naheliegend, dass immer wieder Diskussionen darüber entbrennen, ob dieses Verbot nicht veraltet sei und einer neuen Auslegung bedürfe. Eine andere, oft geführte Diskussion betrifft die Frage, welche Handlungen genau von dieser Regel betroffen sind. Also ob es nur um den Geschlechtsverkehr geht oder ob Petting und andere Formen zärtlicher und sexuell gefärbter Berührungen ebenfalls ausgeschlossen sind.

Solange sich die religiösen Führer um die Verantwortung drücken, zu diesen Fragen eindeutig Stellung zu nehmen, bleibt dem gläubigen Menschen nichts anderes, als entweder die Spaltung zu ertragen oder das Verbot zu ignorieren beziehungsweise für sich persönlich zu interpretieren. Und damit – aus religiöser Perspektive betrachtet – zu sündigen.

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