Kritik von Politikern: «Sexorgie» im Opernhaus
Aktualisiert

Kritik von Politikern«Sexorgie» im Opernhaus

Ein Horde splitternackter Schauspieler spielt eine Sexorgie im Opernhaus nach. Politiker sind entsetzt, das Opernhaus winkt ab.

von
David Torcasso

Mitten auf der Bühne geben nackte Schauspieler vor, eine wilde Sexorgie zu feiern – dieser Auftritt im November in der Wiener Opernaufführung «The Rake's Progress» ging dem Jugendschutz zu weit. Der Eintritt wurde für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Ganz anders in

Zürich, wo die umstrittene

Inszenierung von Regisseur Martin Kusej am Samstag im Opernhaus Premiere feiert: Intendant Alexander Pereira will nichts von einer Altersbeschränkung wissen. «Alters­limiten braucht es, um Kinder und Jugendliche vor Pornographie zu schützen, nicht vor Kunst», sagt Pereira. Das Verbot in Wien finde er «lächerlich». Er sehe keinen Grund, die künstlerische Freiheit des Regisseurs zu beschneiden.

Unverständlich findet das EVP-Gemeinderat Ernst Danner: «Es ist dumm und peinlich vom Opernhaus, ein solches Stück zu zeigen.» Das altehrwürdige Haus begebe sich damit in eine billige Schmuddelecke, die überhaupt nicht ihrem Stil entspreche und ihren Ruf schädige, so Danner. Regierungsrat Markus Notter, der für den Kanton im Verwaltungsrat des Opernhauses sitzt, wollte das Stück gestern nicht kommentieren.

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