«Einziger Schweizer Showroom» : Sexpuppen nach Mass – direkt aus dem Muotatal

Aktualisiert

«Einziger Schweizer Showroom» Sexpuppen nach Mass – direkt aus dem Muotatal

Eine Moutathalerin betreibt den ersten Sexdoll-Showroom der Schweiz. Kunden können sich hier diskret beraten und ihre personalisierte Puppe zusammenstellen lassen.

von
mme
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Das idyllische, ländliche Muotatal im Herzen des Kanton Schwyz ist eher bekannt für schöne Wanderungen und Wetterschmöcker.

Das idyllische, ländliche Muotatal im Herzen des Kanton Schwyz ist eher bekannt für schöne Wanderungen und Wetterschmöcker.

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Aber nicht für Sexpuppen. Doch hier  befindet sich der laut Betreiberin wohl erste Sexpuppen-Showroom der Schweiz.

Aber nicht für Sexpuppen. Doch hier befindet sich der laut Betreiberin wohl erste Sexpuppen-Showroom der Schweiz.

sexpuppen-shop.ch
Der Grund, warum der Shop gerade in Ried-Muotathal ist, ist unter anderem dessen Betreiberin. Sie wohnt in der Gegend, wie sie auf Anfrage sagt.

Der Grund, warum der Shop gerade in Ried-Muotathal ist, ist unter anderem dessen Betreiberin. Sie wohnt in der Gegend, wie sie auf Anfrage sagt.

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Nun ja, lebensechte Sexpuppen und -roboter werden wohl hauptsächlich online angeboten. Nicht so im Sexpuppen-Shop. Dort gibt es einen Showroom, wo man Sexpuppen zuerst real begutachten kann, bevor man sich für ein Modell entscheidet. Und nein, der Sexpuppen-Shop befindet sich nicht im Agglo-Siedlungsbrei irgendwo im Mittelland oder um Zürich. Er befindet sich Mitten im Herzen der katholischen Schweiz, tief im idyllischen, ländlichen Kanton Schwyz: in Ried-Moutathal. Das Muotatal war bisher eher für seine Wetterschmöcker bekannt als für Sexpuppen.

Der Grund, warum der Shop gerade in Ried-Muotathal ist, ist unter anderem dessen Betreiberin, die anonym bleiben möchte. Sie wohnt in der Gegend, wie sie auf Anfrage sagt. Den Shop habe sie aufgemacht, «weil ich neben meinem Beruf ein zweites Standbein haben wollte».

«Sexpuppenkauf ist eine intime Angelegenheit»

Der Shop ist jeweils samstags auf Anfrage geöffnet. Wer eine Sexpuppe besichtigen will, kann sich zuvor anmelden. «Den Kunden ist Diskretion sehr wichtig. Sie legen sehr viel Wert auf individuelle Einzelberatungen. Der Kauf einer Sexpuppe oder eines Sexroboters ist eine sehr persönliche und intime Angelegenheit», sagt die Betreiberin. Manche Kunden würden sich gehemmt fühlen, wenn sich noch andere Personen in den Räumlichkeiten aufhalten würden. «Daher wird bewusst auf Laufkundschaft verzichtet.»

Seit der Eröffnung 2017 habe sie schon etliche Besucher empfangen. «Soweit mir bekannt ist, führe ich den einzigen Sexpuppen-Showroom in der Schweiz. Meine Kunden kommen teilweise von weit her, sogar aus dem Raum Bern und St. Gallen.»

«Ganz normale Männer»

Ihre Kunden seien «ganz normale Männer». Viele davon seien verwitwet und wollten keine neue Beziehung mehr beginnen. «Es gibt auch Männer, die ihren Ehefrauen auf dem Totenbett geschworen haben, dass keine neue Frau mehr ins Haus komme. Die kaufen sich stattdessen eine Sexpuppe.» Es würden auch jüngere Männer bei ihr einkaufen, die meisten seien aber im Alter ab 40 aufwärts.

Es gibt ausserdem zwei weitere Kundentypen: «Männer, die eine teure Scheidung hinter sich haben und die sich sagen, so etwas will ich nie mehr erleben.» Und: Es gebe Paare, bei denen die Frau keine Lust mehr auf Sex habe. «Sie zerrt ihren Mann dann zu mir in den Showroom und sagt ihrem Partner, er könne kaufen, was er wolle, dafür lasse er sie danach in Ruhe.»

Eine weitere Kundengruppe «kauft Sexpuppen, um sie dann privat auszumieten». Sie offeriere auch viel an Hoteliers. Diese hätten mit den Sexpuppen das Ziel, vor allem ihren Geschäftskunden in den Hotels einen speziellen Service zu bieten.

Im Angebot gibt es auch männliche Puppen. «In der Schweiz ist die Nachfrage jedoch noch nicht da.» Die meisten männlichen Sexpuppen-Modelle seien gross und schwer. «Es gibt nicht viele Frauen, die problemlos 40 Kilogramm hochheben und herumtragen können.»

Verkehr mit Puppen im Showroom ist verboten

Ihre Puppen und Roboter beziehe sie aus China. «Es sind alles Einzelanfertigungen, meine Kunden können sie von Kopf bis Fuss nach Belieben zusammenstellen.» Im Showroom könne man zum Beispiel ausprobieren, welche Perücke man an welcher Puppe am anziehendsten finde. Wichtig sei, dass die Männer im Showroom sich mit den Puppen auseinandersetzen würden. «Sie müssen die Puppen problemlos hochheben können. Denn die Puppen sind lebensecht und daher zum Teil auch richtig schwer. Nicht jeder Mann ist in der Lage, mit den schweren Puppenmodellen zu hantieren.» Daher sei es sehr wichtig, das richtige Modell für den Kunden zu finden.

Das Ausprobieren hat aber Grenzen. Zum Test den Verkehr vollziehen dürfen die Männer im Showroom nicht. Roboter gibts ab 5000 Franken, Puppen ab 2600 Franken.

Männer wollen lächelnde statt devote Puppen

Die meisten Sexpuppen weisen eher devote Gesichtszüge auf. Sie beobachte bei ihren Kunden hingegen ganz andere Wünsche: «Die Männer bevorzugen Sexpuppen, die lächeln. Sie wollen angelächelt und mit Freude empfangen werden, wenn sie am Abend von der Arbeit nach Hause kommen.»

Hat sich ein Mann dann für eine Sexpuppe entschieden, werde sie produziert. «Ist sie fertig, liefere ich die Puppen persönlich zum Kunden nach Hause.» Geliefert würden die Puppen in einer grossen Kartonkiste.

«Kinderpuppen verkaufe ich nicht»

Kürzlich stand ein Berner Sexpuppen-Bordell in der Kritik, weil dort auch Puppen mit eindeutig kindlichen Zügen angeboten werden. Zur Pädophilie-Problematik sagt die Sexpuppen-Shop-Betreiberin, die selbst auch eine eher jünglich anmutende, männliche Puppe anbietet: «Diese Puppe ist 1,46 Meter gross, also eher klein. Der Grund ist, dass viele Frauen auch eher klein sind. Sie können nicht mit schweren Puppen über 1,6 Metern umgehen. Das hat mit Pädophilie überhaupt nichts zu tun, sondern mit dem Grössenverhältnis.»

Gleich argumentiert sie bei der kleinsten weiblichen Puppe, die 1,35 Meter klein ist. «Ich habe männliche Kunden, die 1,5 Meter gross sind. Da ist der Grössenunterschied dann nicht mehr enorm.» Puppen wie das Modell Lolita im Berner Bordell, die nur einen Meter gross sind, wolle sie im Shop nicht haben. «Kinderpuppen verkaufe ich nicht!»

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