Sexskandal erschüttert Rom
Aktualisiert

Sexskandal erschüttert Rom

Ein Sex- und Drogenskandal, in den Schauspielerinnen, Unternehmer, Politiker, Polizeifunktionäre und sogar ein Senator auf Lebenszeit verwickelt sind, sorgt in Italien für einen Eklat.

Die römische Polizei verhaftete am Mittwoch 19 Personen wegen Kokainhandels und Verwicklung in ein florierendes Geschäft mit Prostituierten.

Festgenommen wurde die bekannte Schauspielerin, Serena Grandi, die in den achtziger Jahren als Darstellerin in Filmen des italienischen Sexfilm-Regisseurs Tinto Brass berühmt geworden war. Auch für einige römische Unternehmer und eine junge ukrainische Schauspielerin klickten die Handschellen.

In den Sog der Ermittlungen geriet als Drogenkonsument auch der Unterstaatssekretär des Industrieministeriums, Giuseppe Galati, Mitglied der kleinen Regierungspartei Udc, sowie einige Mitarbeiter des Industrieministeriums. Laut Gerüchten zählte auch der Senator auf Lebenszeit und Ex-Aussenminister, Emilio Colombo, zu den Kunden der Kokainhändler.

Die Untersuchung war im Juli 2002 nach dem Tod eines jungen Suchtgiftsüchtigen in die Wege geleitet worden. Im Rahmen der selben Recherchen waren vor einigen Monaten auch Ermittlungen gegen den Vize-Wirtschaftsminister Gianfranco Micciche aufgenommen worden.

Italiens Ministerrat hat vergangene Woche einen Gesetzesentwurf verabschiedet, mit dem die Drogenbekämpfung verschärft wird. Die Regierung will mit diesem von Vizepremier Gianfranco Fini verfassten Gesetz nicht nur den Suchtgifthandel, sondern vor allem den persönlichen Konsum aktiv bekämpfen.

Demnach sollen die Strafen für den Privatgebrauch verbotener Substanzen verschärft werden. Auch der bisher geltende Unterschied zwischen weichen und harten Drogen soll fallen.

(sda)

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