Frauen von Togo: Sexstreik bis der Präsident zurücktritt

Aktualisiert

Frauen von TogoSexstreik bis der Präsident zurücktritt

«Ladies, ihr müsste das Tor zum ‹Mutterland› verschlossen halten!». Soll heissen: Die Frauen von Togo treten in einen Sexstreik. Damit wollen sie Präsident Faure Gnassingbe zum Rücktritt zwingen.

Der Dichter Aristophanes schrieb während des Peloponnesischen Krieges im Jahr 411 v.Chr. die Komödie «Lysistrata»: Darin verschanzten sich hellenische und spartanische Frauen auf der Akropolis, weil sie mit einem Sexstreik Frieden erzwingen wollten.

Auf diese altbewährte Taktik greifen jetzt auch die Frauen Togos zurück: Sie sollten ab Montag für eine Woche keinen Sex mehr mit ihren Männern oder Freunden haben. Das forderte Isabelle Ameganvi, die Vorsitzende der Frauengruppe der Organisation «Let's Save Togo». «Ladies, ihr müsste das Tor zum ‹Mutterland› verschlossen halten!», so Ameganvi.

Nicht Griechinnen, sondern Frauen von Liberia als Vorbild

Der Streik solle den Druck auf die Männer erhöhen, etwas zum Sturz von Gnassingbe zu tun, erklärte Ameganvi der Nachrichtenagentur AP. Vorbild sei das Verhalten der Frauen in Liberia, die in ihrem Kampf für Frieden in dem Land 2003 ebenfalls zum Sexstreik aufgerufen hatten.

«Wir haben viele Mittel, um den Männern in Togo deutlich zu machen, was die Frauen in Togo wollen», sagte sie. Der Aufruf zum Sexstreik wurde am Samstag auf einer Kundgebung von Tausenden Menschen in der Hauptstadt Lome bekannt gegeben.

Sie protestierten gegen Wahlrechtsreformen, die es ihrer Ansicht nach Gnassingbe leichter machen, im Oktober wiedergewählt zu werden. Gnassingbe kam 2005 an die Macht, nach dem Tod seines Vaters Gnassingbe Eyadema, der 38 Jahre in dem westafrikanischen Land herrschte.

(dapd)

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