Kinosommer: Sexsucht, Aliens und ein Bale in Hochform
Aktualisiert

KinosommerSexsucht, Aliens und ein Bale in Hochform

Sommerzeit ist Blockbusterzeit - aber nicht nur «Transformers» und «Expendables» locken ins Kino. In der Schweiz starten in den nächsten Wochen hochkarätige Independent-Filme.

von
Catharina Steiner

«Boyhood» (jetzt im Kino)

Richard Linklater ist der Regisseur hinter einem der schönsten Liebesfilme aller Zeiten. Er liess uns 1995 in «Before Sunrise» daran teilhaben, wie sich der Amerikaner Jesse (Ethan Hawke) und die Französin Celine (July Delpy) innerhalb einer Nacht in Wien verlieben. In seinem neuen Film nimmt sich Linklater dem Erwachsenwerden an - und schreibt dabei Filmgeschichte. Zwölf Jahre lang drehte er an dem Streifen, der das Heranwachsen des kleinen Mason dokumentiert - von fünf Jahren bis zur Volljährigkeit. Und das mit demselben Schauspieler, Ellar Coltrane.

«Out of the Furnace» (3.7.)

Für «American Hustle» war er gerade für einen Oscar nominiert. Doch die wirklich beeindruckende Leistung liefert Christian Bale im Drama «Out of the Furnace» ab. Mit minimalen Gesichtsregungen spiegelt der Ausnahmeschauspieler die gesamte Palette menschlicher Emotionen wider. Im Film geht es um ein Brüderpaar aus der Arbeiterklasse. Der ältere der beiden, Russell (Bale), geht ins Gefängnis; währenddessen gerät Rodney (Casey Affleck) zunehmend auf die schiefe Bahn und lässt sich mit einer gefährlichen Gang ein. Als Russell wieder aus dem Gefängnis entlassen wird, hat er die Möglichkeit sein altes Leben hinter sich zu lassen oder seinen kleinen Bruder zu retten und damit erneut alles aufs Spiel zu setzen.

«Blue Ruin» (17.7.)

Das Low-Budget-Drama war auch ohne prominente Besetzung eines der Highlights des Cannes Film Festivals 2013 und staubte den Preis der Filmkritiker ab. Jetzt endlich schafft es der Film von Jeremy Saulnier in die heimischen Kinos. Ein mysteriöser Aussenseiter (Macon Blair) kehrt in sein Heimatdorf zurück, um Rache an dem Mörder seiner Eltern zu nehmen, der demnächst aus dem Gefängnis entlassen werden soll. Der düstere Thriller ist vor Spannung kaum zu überbieten und setzt neue Massstäbe im Genre des Revenge-Films. Auch den Vergleich mit den Coen-Brüdern braucht «Blue Ruin» nicht zu scheuen.

Start: 17.7.

«Thanks for Sharing» (24.7.)

Durchschnittlich 15 Mal am Tag denken Erwachsene an Sex. Bei Adam (Mark Rufallo) sieht das allerdings anders aus, bei ihm sind es etwa 15 Mal in der Stunde. Ausgerechnet in ihn verliebt sich Gwyneth Paltrows Filmfigur. Auch Sängerin Pink ist erstmals in einer grossen Rolle zu sehen. Eine romantische Komödie über Sexsucht, die funktioniert? Regisseur und Drehbuchautor Stuart Blumberg hat das Unmögliche geschafft.

«Under the Skin» (14.8.)

Verstörend, surreal, subtil. Im bildgewaltigen Sci-Fi-Drama von Jonathan Glazer schlüpft ein Alien in die Haut einer schönen Frau (Scarlett Johansson) und begibt sich auf Futtersuche (in Form von Männern) im nebelverhangenen Schottland. Der seltsame Streifen wird schon jetzt als Kultfilm gehandelt. Mal langsam, mal brutal - so etwas hat man noch nie gesehen. Und Johansson war selten besser als als männermordender Alien.

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