Basel: Sextäter durch Anwohner überführt
Aktualisiert

BaselSextäter durch Anwohner überführt

Ein 45-jähriger Marokkaner musste sich am Montag vor Gericht verantworten: Er soll unweit der Kaserne eine Frau vergewaltigt haben.

von
Anna Luethi

Ein kopfschüttelnder Mann und eine schweigende Frau: Das Basler Strafgericht konnte den beiden Beteiligten der gestrigen Verhandlung nur wenig entlocken. Einem in Frankreich lebenden Marokkaner wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 17. November 2009 beim Klingentalweglein eine Frau mehrfach sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben.

Im Laufe des Verfahrens ­erzählte er unterschiedliche Versionen seiner Sicht der Dinge – am Montag gab er zu Protokoll, die Frau habe ihn zum Oralsex gedrängt. Dieser kam nicht zustande: «Wenn es nicht funktioniert, ist es kein Verkehr für mich», so der Mann. Das Opfer wollte frühere Angaben zum Tathergang nicht bestätigen: Die Frau reagierte auf keine Fragen und verliess den Gerichtssaal nach minutenlangem Schweigen.

Aufschlussreicher war der Notruf eines Anwohners: Im Hintergrund sind immer wieder Hilfeschreie der Frau zu hören. Von seinem Fenster aus hatte er den Tatort beobachtet: «Das sah klar nach erzwungenem Oralsex aus», so der ­Zeuge. Der couragierte Mann trennte das rangelnde Paar und verfolgte den Täter durchs Kleinbasel – im Pyjama, per Handy mit der Polizei verbunden. Für seinen Einsatz erhielt er von der Staatsanwaltschaft eine Belohnung. Das Urteil wird heute gefällt.

Deine Meinung