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Sextäter narrte die Behörden

Wegen Sexdelikten sass Peter G. im Knast. Er kam in Halbfreiheit – unter der Bedingung, sich mit Spritzen gegen den Sextrieb behandeln zu lassen. Doch G. trickste die Behörden aus – und wurde rückfällig.

Ein Berner Sexualtäter bekommt nach 13 Jahren Zuchthaus eine zweite Chance: Das wurde einem 17-jährigen, psychisch angeschlagenen Mädchen zum Verhängnis. Der 67-Jährige missbraucht die Lehrtochter sexuell – nicht bloss einmal, sondern immer wieder. Die Behörden reagieren erst, als der Fall bekannt wird, obwohl schon vorher Strafanzeigen gegen den Mann vorlagen.

Die Kontrolle des Mannes in der Halbfreiheit funktionierte offenbar nicht, wie die «NZZ am Sonntag» berichtete. Peter G. sollte sich nämlich regelmässig Androcur spritzen lassen – ein Medikament, das den Sextrieb hemmt. Doch G. trank Alkohol, schluckte Viagra und hebelte so die Wirkung aus. Die Behörden merkten nichts. Offenbar untersuchten sie das Blut des 67-Jährigen nie. Jetzt sitzt Peter G. wieder in Haft – zu spät für die junge Frau.

Andrea Abbühl

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