Prostata-Krebs: Sexuell aktiver Mann - hohes Krebs-Risiko?
Aktualisiert

Prostata-KrebsSexuell aktiver Mann - hohes Krebs-Risiko?

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge könnten Männer, die in jungen Jahren überdurchschnittlich viel Sex hatten, im Alter eher an einer bösartigen Prostata-Veränderung erkranken.

Für die Studie beobachteten Forscher der Universität Nottingham, England, mehr als 800 männliche Probanden. Zunächst wurden die Testpersonen befragt, wie häufig sie Sex hatten bzw. masturbierten.

Männer, die angaben, in jungen Jahren sexuell besonders aktiv gewesen zu sein, wiesen später ein überdurchschnittlich hohes Risiko auf, an Prostata-Krebs zu erkranken. Die Wissenschaftler glauben, dass hierfür ein erhöhter Sexualhormonspiegel verantwortlich sein könnte. Die Studie wurde im Fachmagazin «BJU International» veröffentlicht.

Wie die Krebsliga Schweiz berichtete, erkranken bei uns jedes Jahr rund 5600 Männer an dieser Krebserkrankung. Fast 1300 sterben daran. Das von Dr. Ployxeni Dimitropoulou geleitete Forscherteam in Nottingham rekrutierte für die Untersuchung 400 Männer mit Prostatakrebs und verglich deren Angaben mit 409 weiteren Studienteilnehmern, bei denen keine bösartige Veränderung der Prostata diagnostiziert wurde.

Bestandteil des Fragenkatalogs waren Angaben zur sexuellen Aktivität seit der Pubertät, zur Anzahl der Sexualpartner bis hin zur Frage, ob sie schon einmal an einer infektiösen Geschlechtskrankheit litten. Von allen Teilnehmern gaben 59 Prozent an, als Twens zwölf Mal im Monat oder öfter Sex gehabt zu haben. 48 Prozent hatten zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr genau so häufig Geschlechtsverkehr oder masturbierten. Bei den 40- bis 50-Jährigen waren es noch 28 Prozent und 13 Prozent der 50- bis 60-Jährigen erklärten, noch mindestens ein Dutzend Mal im Monat sexuell aktiv zu sein.

Fast zwei Fünftel der Prostata-Krebspatienten hatten sechs weibliche Partner oder mehr - verglichen mit der nicht von Krebs betroffenen Gruppe, die nahezu ein Drittel ausmachte. «Was unsere Studie von bisherigen Untersuchungen dieser Art unterscheidet ist, dass wir uns bei unseren Analysen auf jüngere Männer konzentrierten und sowohl Geschlechtsverkehr als auch Masturbation berücksichtigt wurden», erklärte Dimitropoulou in einem Interview mit «bbcnews».

(rre)

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