Juso-Aktion - Sexuell belästigte Frauen sprechen auf Plakaten Klartext

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Juso-AktionSexuell belästigte Frauen sprechen auf Plakaten Klartext

Zum Frauenstreik hat die Juso Frauen aufgerufen, ihre Geschichten von sexualisierter Gewalt zu teilen. 200 Betroffene antworteten.

von
Carla Pfister
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Um sexualisierte Gewalt zu bekämpfen, muss laut Juso-Präsidentin Ronja Jansen das Ausmass des Problems sichtbar gemacht werden.

Um sexualisierte Gewalt zu bekämpfen, muss laut Juso-Präsidentin Ronja Jansen das Ausmass des Problems sichtbar gemacht werden.

Juso

Darum gehts

  • Mit einer Plakat-Aktion macht die Juso auf sexuelle Belästigung aufmerksam.

  • Verschiedene Frauen schildern darauf, wie sie Opfer sexualisierter Gewalt wurden.

  • «Es ist wichtig, aufzuzeigen, dass für Frauen sexuelle Übergriffe leider immer noch eine alltägliche Bedrohung sind», sagt Juso-Präsidentin Ronja Jansen.

«Ich wurde im Jugendtreff von meinen eigenen Kollegen sexuell missbraucht» oder «Im Club fassten mir Hände zwischen die Beine»: Solche Quotes prangen zurzeit auf Plakaten verteilt in der ganzen Schweiz (siehe Bildstrecke oben). Verschiedene Frauen berichten darauf von ihren Erlebnissen mit sexualisierter Gewalt. Aufgehängt haben sie die Juso im Rahmen einer Plakat-Aktion zum Anlass des Frauenstreiks vom Montag.

Juso-Präsidentin Ronja Jansen sagt, zum Frauenstreik wolle man nicht lockerlassen und Druck aufbauen. «Auch wenn es noch ganz viele andere Bereiche gäbe, wo Frauen unterdrückt und diskriminiert werden, haben wir uns entschieden, auf das Thema der sexualisierten Gewalt aufmerksam zu machen.» Der Frauenstreik sei der Moment, um aufzuzeigen, dass dieser Kampf nicht vorbei sei und weitergehen müsse, so Jansen. Um so aktueller sei das Thema auch deshalb, weil die Revision des Sexualstrafrechts bevorstehe.

«Sexuelle Übergriffe sind alltägliche Bedrohung»

Zu den Stimmen der Betroffenen kam die Jungpartei über einen Aufruf auf Social Media, ihre Geschichten anonym zu erzählen. «Es ist wichtig, aufzuzeigen, dass für Frauen sexuelle Übergriffe leider immer noch eine alltägliche Bedrohung sind. Es sind also keine Einzelfälle, sondern es ist ein systemisches Problem», so Jansen.
200 Frauen zwischen 15 und 35 Jahren hätten auf den Aufruf reagiert. «Darunter waren sehr erschütternde, krasse Fälle.» Die Erfahrungsberichte reichen von Catcalling, Grabscherei im Club bis hin zu Vergewaltigungen und Kindesmissbrauch.

Um sexualisierte Gewalt zu bekämpfen, muss laut Jansen das Ausmass des Problems sichtbar gemacht werden. «Wir dürfen die Augen nicht verschliessen vor der Gewalt, die Mädchen und Frauen tagtäglich widerfährt.» Jansen sagt, dass, obwohl gemäss einer Studie der gfs.bern jede zweite Frau schon einmal sexuell belästigt wurde, die wenigsten den Rechtsweg wählen, um sich zu wehren. «Oftmals werden die Mädchen und Frauen mit vielen Vorurteilen, Victim-Blaming und teils retraumatisierenden Prozessen konfrontiert», so Jansen.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

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