Aktualisiert

Strand gesperrtSexuell frustrierter Delfin will Badegäste begatten

In der Bretagne musste ein Strand gesperrt werden. Der Grund: Statt sich mit Artgenossen zu paaren, rieb sich ein liebestoller Delfin an Strandbesuchern.

von
fee

Zafar ist mehr als zutraulich. (Video: Tamedia/Centre de Moulin Mer)

Mit der Lust ist das so eine Sache: Was tun, wenn sie zwar da ist, aber keiner, mit dem man sie ausleben kann? So ergeht es derzeit wohl einem Delfin, der vor den Stränden von Plougastel-Daoulas, Logonna-Daoulas und Landévennec seine Bahnen zieht. Sein Liebeshunger ist offenbar so gross, dass er sich aus Mangel an Seinesgleichen an Strandbesucher heranmacht.

Zunächst sorgte das Auftauchen des auf den Namen Zafar getauften Säugers so nah vor der Küste noch für Begeisterung. Aber mittlerweile überwiegt die Angst vor seinen unsanften Annäherungsversuchen, weshalb die Behörden den Strand von Landévennec gesperrt haben.

«Schwimmen und Tauchen sind an der Dorfküste verboten, sobald sich die Anwesenheit des Delfins bestätigt», lautet die Satzung, die Landévennecs Bürgermeister Roger Lars vergangene Woche erlassen hat.

Liebestoll und überhaupt nicht schüchtern

Das Problem: Das rund drei Meter lange Tier bezaubert Menschen und Boote nicht nur von fern, sondern kommt ihnen auch gefährlich nahe. In der Regel reibt sich Zafar an allem, was ihm vor die Flossen kommt.

Doch es ist auch schon vorgekommen, dass er versucht hat, Schwimmer daran zu hindern, zurück zum Strand zu gelangen. Eine Frau soll er sogar mit der Nasenspitze aus dem Wasser gehoben haben. Sie musste mit einem Boot gerettet werden.

Unterschiedliche Reaktionen

1 / 22
Sex gilt als schönste Nebensache der Welt – zumindest beim Menschen. Im Tierreich dagegen wird das Ganze ernster angegangen: Entweder geht es gleich um Leben und Tod oder es geht zumindest reichlich heftig zu und her.

Sex gilt als schönste Nebensache der Welt – zumindest beim Menschen. Im Tierreich dagegen wird das Ganze ernster angegangen: Entweder geht es gleich um Leben und Tod oder es geht zumindest reichlich heftig zu und her.

Colourbox.com
Nicht zimperlich gehen die Grossen Tümmler vor: Vor der Küste Australiens werden immer wieder Gruppenvergewaltigungen beobachtet, bei denen männliche Tiere einzelne Weibchen begatten. Sind keine Partnerinnen verfügbar, begnügen sie sich auch mal mit Abflussrohren. Aber auch die Weibchen sind nicht ohne: Sie benutzen ihre schlanke Schnauze bei anderen Weibchen mitunter als Dildo.

Nicht zimperlich gehen die Grossen Tümmler vor: Vor der Küste Australiens werden immer wieder Gruppenvergewaltigungen beobachtet, bei denen männliche Tiere einzelne Weibchen begatten. Sind keine Partnerinnen verfügbar, begnügen sie sich auch mal mit Abflussrohren. Aber auch die Weibchen sind nicht ohne: Sie benutzen ihre schlanke Schnauze bei anderen Weibchen mitunter als Dildo.

Wikimedia Commons/Patrik Jones/CC BY 2.0
Über die Dauer des menschlichen Orgasmus können männliche Schweine nur lachen. Sie können das Ganze bis zu einer halben Stunde Stunde geniessen. Ihre wie Korkenzieher geformten Penisse schrauben sich während des Akts tief in den Gebärmutterhals ihrer Partnerin, wo auch die Ejakulation stattfindet.

Über die Dauer des menschlichen Orgasmus können männliche Schweine nur lachen. Sie können das Ganze bis zu einer halben Stunde Stunde geniessen. Ihre wie Korkenzieher geformten Penisse schrauben sich während des Akts tief in den Gebärmutterhals ihrer Partnerin, wo auch die Ejakulation stattfindet.

Getty Images/Ullstein Bild

Gegen das temporäre Badeverbot regt sich Widerstand: Der Anwalt Erwan Le Cornec hat bereits gegenüber der Nachrichtenagentur AFP angekündigt, dagegen zu klagen. Schliesslich habe es noch nie wirkliche Zwischenfälle mit Delfinen gegeben. Er hält das Verbot für übertrieben: «Der Bürgermeister will Delfine wie fast wilde Tiere aussehen lassen, die völlig unberechenbar sind und Menschen ertränken können.»

Experten äussern dagegen Verständnis für die Entscheidung des Bürgermeisters von Landévennec, zumindest zwischen den Zeilen. Sie weisen darauf hin, dass Delfine sehr grosse Wildtiere seien, die mit ihren Flossen anderen auch versehentlich schwere Verletzungen zufügen können. Zudem seien Delfine jederzeit paarungsbereit. Daher sei mit einem Ende der Avancen nicht so rasch zu rechnen.

Berührungsängste kennt Zafar keine. (Video: Youtube/Johan Prat)

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein Delfin die Küste der Bretagne in Aufruhr versetzt. Im Jahr 2006 versenkte ein auf den Namen Jean Floch getauftes Exemplar Ruderboote, zerriss Fischernetze und stürzte Fischer bei einem Angriff auf ihr Boot ins Meer. Um des Geschehens Herr zu werden, setzte man damals auf akustische Abwehr.

1 / 23
Kanntest du die folgenden 17 Fakten über Delfine?

Kanntest du die folgenden 17 Fakten über Delfine?

kein Anbieter
kein Anbieter

Wissen-Push

Abonnieren Sie in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Sie werden über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhalten Sie Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.

Und so gehts: Installieren Sie die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippen Sie rechts oben auf das Menüsymbol, dann auf das Zahnrad. Wenn Sie dann nach oben wischen, können Sie die Benachrichtigungen für den Wissen-Kanal aktivieren.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.