Aktualisiert 24.05.2007 15:04

Sexuell offensive Frauen stressen Männer

Frauen ergreifen im Liebesleben zunehmend die Initiative. Was wie ein schöner Männertraum klingt, irritiert in Tat und Wahrheit das starke Geschlecht.

40 Prozent der Frauen sagen es ihrem Partner direkt, wenn sie Lust auf Sex mit ihm haben, wie eine Umfrage im Auftrag eines Pharmaherstellers unter dem Titel «Initiative female affairs» ergab.

Bei den Männern komme diese Offenheit aber nicht besonders gut an, sagte die Psychologin Eva Wlodarek. Einige von ihnen reagierten mit Lustlosigkeit oder gar Impotenz. Der Grund: Männer seien «dominant orientiert». Sie ertrügen Kritik oder Forderungen nur schwer. Die klassischen Männer- und Frauenrollen befinden sich nach Ansicht der Psychologin aber in Auflösung. «Während die Frauen selbstbewusster werden, suchen Männer verunsichert ihre Identität», erklärte sie.

Die moderne Frau verstehe sich mehr als «Handelnde und Aktive denn als Reagierende und Passive», deutete die Sexualwissenschaftlerin Ulrike Brandenburg die Ergebnisse der Online-Umfrage, an der 500 Frauen zwischen 15 und 40 Jahren teilnahmen. Gegenüber früheren Frauen-Generationen redeten Frauen heutzutage offener und entspannter über ihre Wünsche und Fantasien mit dem Partner. Bei der Umsetzung der Wünsche herrsche aber noch deutliche Befangenheit.

Aus Rücksicht auf die Männer - und um sie aus der Reserve zu locken - empfiehlt Wlodarek den Frauen, Äusserungen wie «Unser Sexleben ist langweilig geworden» oder «Ich brauche einfach mehr Abwechslung» zu vermeiden. Dies löse nämlich erfahrungsgemäss Widerstand aus. Stattdessen sollten die Frauen bei ihren Wünschen das Positive hervorheben, indem sie etwa sagen «Ich finde unseren Sex toll. Was hältst Du davon, wenn wir...».

Diese vorsichtige Vorgehensweise bedeute nicht, dass «frau» sich klein mache, anpasse oder unterordne, erklärte Wlodarek - sondern dass sie klug vorgeht. (dapd)

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