New Yorker Gericht - Sexueller Missbrauch – Klage gegen Prinz Andrew zugelassen
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New Yorker GerichtSexueller Missbrauch – Klage gegen Prinz Andrew zugelassen

Rückschlag für den Sohn der Queen, Teilsieg für Virginia Giuffre: Ein New Yorker Bezirksgericht hat ihre Klage wegen sexuellen Missbrauchs gegen Prinz Andrew zugelassen.

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Das New Yorker Bezirksgericht hat entschieden: Eine Missbrauchsklage gegen den Sohn der Queen wird zugelassen.

Das New Yorker Bezirksgericht hat entschieden: Eine Missbrauchsklage gegen den Sohn der Queen wird zugelassen.

AFP
Andrews Anwälte argumentierten, dass eine aufgetauchte aussergerichtliche Einigung zwischen Jeffrey Epstein und Virginia Giuffre von 2009 eine Anklage des Prinzen verhindern soll.

Andrews Anwälte argumentierten, dass eine aufgetauchte aussergerichtliche Einigung zwischen Jeffrey Epstein und Virginia Giuffre von 2009 eine Anklage des Prinzen verhindern soll.

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Aus der besagten Einigung geht hervor, dass die US-Amerikanerin Virginia Giuffre mit dem Multimillionär Jeffrey Epstein vereinbarte, niemanden aus dessen Umfeld zu beschuldigen, der als «potenzieller Angeklagter» gelten könnte.

Aus der besagten Einigung geht hervor, dass die US-Amerikanerin Virginia Giuffre mit dem Multimillionär Jeffrey Epstein vereinbarte, niemanden aus dessen Umfeld zu beschuldigen, der als «potenzieller Angeklagter» gelten könnte.

imago images/Ritzau Scanpix

Darum gehts

  • Die Zivilklage von Virginia Giuffre gegen Prince Andrew wird zugelassen.

  • Das hat ein Bezirksrichter in New York entschieden.

  • Giuffre behauptet, von mehreren Freunden Jeffrey Epsteins missbraucht worden zu sein.

  • Neben dem Sohn der Queen gehört dazu auch Anwalt und Donald-Trump-Freund Alan Dershowitz.

Ein New Yorker Bezirksgericht hat entschieden: Eine Missbrauchsklage gegen den Sohn der Queen wird zugelassen. Den entsprechenden Antrag auf Nichtzulassung hat der zuständige Richter Lewis Kaplan abgelehnt.

Die Klägerin Virginia Giuffre wirft Prinz Andrew (61) in dem Zivilverfahren vor, sie als 17-Jährige missbraucht zu haben. Andrew streitet die Vorwürfe kategorisch ab.

Epstein-Deal schützt Prinz Andrew nicht

Die Anwälte des Prinzen hatten vor Gericht einen Deal zwischen Guiffre und Jeffrey Epstein geltend gemacht, die eine Klage gegen den Briten verhindern sollte: Gemäss dieser Stillschweigevereinbarung erhielt Giuffre 2009 eine Entschädigung von 500’000 Dollar, damit sie auf alle Klagen verzichten und keine weiteren Personen im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen zivilrechtlich belangen werde.

Der New Yorker Richter entschied jetzt jedoch: Aus der Vereinbarung von Epstein und Giuffre gehe nicht eindeutig hervor, dass die beteiligten Parteien damit beabsichtigt hätten, Prinz Andrew zu schützen.

Näher nicht bezifferte Entschädigung

Giuffre reichte im August 2021 Klage gegen den Prinzen ein. Sie beschuldigt ihn der Vergewaltigung, des sexuellen Übergriffs auf eine Minderjährige sowie der Zufügung von psychologischem und emotionalem Schaden. Sie fordert eine nicht näher bezifferte Entschädigung und Strafschadensersatz. In der Klage wird ein Schwurgerichtsverfahren gefordert.

Giuffre gibt an, zuvor Opfer eines von dem Multimillionär und seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell aufgebauten Missbrauchsrings geworden zu sein.

Keine strafrechtlichen Ermittlungen

Maxwell ist erst vor Kurzem von einem Gericht in einem Strafverfahren in mehreren Punkten schuldig gesprochen worden und muss mit einer langen Haftstrafe rechnen.

Gegen Prinz Andrew gibt es bisher keine strafrechtlichen Ermittlungen. Der Prinz legte wegen der Vorwürfe bereits 2019 seine offiziellen Aufgaben für das Königshaus nieder. Kurz zuvor hatte er in einem BBC-Interview versucht, die Vorwürfe zu entkräften, konnte aber nicht überzeugen.

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(gux)

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