Aktualisiert 05.02.2017 08:45

Quarterback Tom BradySexy, erfolgreich, Trump-Fan – und unbeliebt

Tom Brady ist einer der besten Quarterbacks der Geschichte, hat mächtig Kohle und ist mit Model Gisele Bündchen verheiratet. Das macht ihn unbeliebt.

von
Adrian Hunziker
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Tom Brady hat gut lachen: Der 39-Jährige gehört zu den besten Quarterbacks aller Zeiten.

Tom Brady hat gut lachen: Der 39-Jährige gehört zu den besten Quarterbacks aller Zeiten.

AFP/bob Levey
Mit seinen New England Patriots hat der QB bereits viermal die Superbowl gewonnen, zuletzt die 49. Austragung 2015 in Glendale, Arizona. Da schlugen die Pats die Seattle Seahawks 28:24.

Mit seinen New England Patriots hat der QB bereits viermal die Superbowl gewonnen, zuletzt die 49. Austragung 2015 in Glendale, Arizona. Da schlugen die Pats die Seattle Seahawks 28:24.

/tom Pennington
Sollte Brady am Sonntag in Houston erneut triumphieren, wäre er der erste Quarterback überhaupt, der den NFL-Titel fünfmal einheimste.

Sollte Brady am Sonntag in Houston erneut triumphieren, wäre er der erste Quarterback überhaupt, der den NFL-Titel fünfmal einheimste.

AP/Charles Krupa

Thomas Edward Patrick Brady Jr., kurz Tom Brady, hat alles, was das Herz begehrt: Der 39-Jährige ist einer der besten Quarterbacks aller Zeiten, vierfacher NFL-Champion – er könnte sich mit einem fünften Triumph am Sonntag in Houston in der Superbowl 51 zum alleinigen Rekordspielführer machen –, er ist Multimillionär, er hat das brasilianische Topmodel Gisele Bündchen zur Ehefrau und sie haben gemeinsam einen Sohn und eine Tochter. Hmmmm, warum könnte man da wohl neidisch werden?

Brady hat mit seinen starken Leistungen dazu beigetragen, dass seine New England Patriots zu einem äusserst erfolgreichen Team geworden sind. Unbeliebter hat das den Club aber ausserhalb der eigenen Fangemeinde gemacht. Bradys Freundschaft mit dem jetzigen Präsidenten Donald Trump hat in den USA und speziell im vornehmlich demokratischen Staat Massachusetts – die Patriots kommen aus Foxborough in der Nähe von Boston, der Hauptstadt des Bundesstaates – nicht dazu beigetragen, dass er und die Pats beliebter wurden, im Gegenteil.

Brady für Deflategate bestraft

Und da war doch noch Deflategate. Die Patriots hatten im AFC-Championship-Game im Januar 2015 gegen die Indianapolis Colts Bälle benutzt, die mit zu wenig Luft gefüllt waren. Das spielte Brady in die Karten und brachte den Gegner aus dem Konzept. New England zerstörte die Colts 45:7 und gewann in der Folge die Superbowl 49. Das Team wurde für den Betrug bestraft und Brady musste die ersten vier Partien der Saison 2016 eine Sperre absitzen. Die Pats liessen sich aber nicht aufhalten, spielten eine starke aktuelle Spielzeit und spazierten beinahe in das Endspiel vom Sonntag.

Da treffen die Patriots auf die Atlanta Falcons um Star-Quarterback Matt Ryan. Dieser ist um Meilen unscheinbarer als Brady, obwohl er in dieser Saison sogar die noch stärkeren Statistiken im so genannten Quarterback-Rating ablieferte als sein berühmter Gegenspieler. Nur hat Ryan noch keinen einzigen Meistertitel eingeheimst. Das will der 31-Jährige in Houston ändern.

Der unscheinbare Kontrahent

Ryan, der den Spitznamen Matty Ice hat, sagt über seinen Kontrahenten: «Ich habe viel von ihm gelernt. Die Beständigkeit in seiner Karriere ist beeindruckend.» Der Atlanta-Star bekommt von seinem Antipoden ebenfalls Honig ums Maul geschmiert. «Er hat bislang eine unglaubliche Karriere hinter sich. Er ist ein grossartiger Spieler, ein grossartiger Anführer und es wird ein richtiger Test für uns am Sonntag», so Brady.

Die Falcons sind im Endspiel zwar Aussenseiter, aber eine Statistik spricht für Ryans Atlanta: Sollte Matty Ice in der Superbowl keine Interception werfen, gewinnen die Falcons die Meisterschaft. In den Playoffs hat der QB bisher sieben Touchdowns geworfen und der Gegner hat noch keinen seiner Würfe abfangen können.

Vor Ryan hatten sechs andere Spielführer (Phil Simms mit 8 TDs, Troy Aikman 8, Drew Brees 8, Steve Young 9, Joe Montana 11 und Joe Flacco 11) ähnliche Werte vor der Superbowl gehabt, sie alle warfen im Final keine Interception und holten Titel.

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