Ford ist mit dem 4,19 Meter langen Puma Mini-SUV ein Bestseller gelungen, der mit Performance und praktischen Details punktet.
09.09.2020 13:40

Sexy Praktiker – Das kann der Mini-SUV

So stark wie ein Mustang ist der Ford Puma Mini-SUV nicht. Doch Ford fährt mit dem Neuling in die Herzen der Jugend.

von
Dieter Liechti
9.9.2020

Es muss auch bei Ford nicht immer Mustang sein – der Mini-SUV Puma verkauft sich in der Schweiz wie frische Weggli. Dabei ist die Konkurrenz in kaum einem Segment so gross, wie bei den kleinen SUV. Doch anders als der seit 2014 im gleichen Segment angebotene Ford Ecosport versucht der Puma keine optische Annäherung an den Geländewagen-Stil, sondern positioniert sich als bulligen City-Sportler. Hohe Schulterlinie, schmalen Fenstern, grosser Kühler und definierte Kotflügel – so würde Porsche wohl einen Mini-SUV zeichnen.

Unter der Haube gibt sich Ford allerdings bescheiden: Drei Zylinder und ein Hubraum von nur gerade einen Liter lassen wenig erahnen. Doch in der stärksten Variante mit dem 114 kW/155 PS starken Benziner überzeugt der Puma auch bei der Performance. Weil der kleine Verbrenner Unterstützung von einem leistungsverstärktem Riemenstarter-Generator hat, ist er beim Anfahren und Beschleunigen viel souveräner als erwartet. Der E-Motor steht beim Tritt auf das Gaspedal sofort bereit, das Turboloch zu schliessen und für unmittelbaren Schub zu sorgen. Das gefällt vor allem im Stadtverkehr, wo der Puma an jeder Ampel zu den schnellsten Startern gehört.

Jenseits von Tempo 100 auf der Autobahn kommt der Boost-Effekt weniger zum Tragen, stattdessen steht dann der akustisch präsente Dreizylinder-Sound im Zentrum (was die B&O-Anlage übrigens locker überspielt). In Sachen Effizienz überzeugt die Mischung aus Stromer und Benziner von A bis Z: Ohne gleich zur Spassbremse zu werden, lässt sich ein Verbrauch im Bereich von sechs Litern erreichen.

Doch ein SUV kauft man ja vor allem, weil es innen mehr Platz bietet als eine Limousine. Das gelingt dem Puma spielend: Vorne, im mit weichem Kunststoff ausgekleideten Cockpit und auf bequemen Sitzen, geht es durchaus geräumig zu. Wirklich punkten kann der Ford aber im Fond, wo selbst grössere Erwachsene ausreichend Raum und vor allem viel Kniefreiheit vorfinden. Das vielleicht klarste Kaufargument für den kleinen Crossover findet sich jedoch unter dem Kofferraumboden. Hebt man diesen an, tut sich dort nämlich ein geräumiges Zusatzfach mit 81 Litern Fassungsvermögen auf. Weil das Fach aus Kunststoff ist und sich unten ein Ablauf mit Stöpsel befindet, ist es sogar auswaschbar. Das ist so praktisch, dass man sich fragt, warum nicht schon vorher jemand darauf gekommen ist.

Logisch: So viel Qualität ist nicht günstig. Zwar gibt es den Puma in der schwächsten Version mit 125 PS schon ab 25’900 Franken. Doch unser Langzeit-Testfahrzeug kostet mindestens 29’300 Franken, top ausgerüstet sogar über 37’000 Franken. Viel Geld für den Mini. Aber dafür gibts Klima, B&O-Sound, ein riesiges Panoramadach, LED-Scheinwerfer und jede Menge Assistenten on top. Gut gebrüllt, Puma.

Trotz dem kompakten Massen wirkt der Ford Puma ausgesprochen erwachsen.
Ausgewachsen

Trotz dem kompakten Massen wirkt der Ford Puma ausgesprochen erwachsen.

Ford
Das Cockpit des Puma ST-Line X ist nicht nur übersichtlich, sondern auch hochwertig. 
Komplett

Das Cockpit des Puma ST-Line X ist nicht nur übersichtlich, sondern auch hochwertig.

Ford
Die Sitze in der ersten Reihe sehen sportlich aus, sind aber in erster Linie bequem.
Sitzt

Die Sitze in der ersten Reihe sehen sportlich aus, sind aber in erster Linie bequem.

Ford

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
2 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Elle

09.09.2020, 17:12

Top Wagen, Durschnittsverbrauch bei längeren Fahrten um die 5 l, oder weniger.

Heidi Niebeler

09.09.2020, 14:18

Naja, soll's kaufen wer will.