Aktualisiert 16.02.2005 22:48

SF DRS verliert Marktanteile

Schweizer Fernsehen DRS hat im ersten Jahr unter der neuen Fernsehrdirektorin Ingrid Deltenre Marktanteile verloren.

Hauptgrund ist das Vorabendprogramm auf SF1, das mit seinen Serien das Publikum nicht zu begeistern vermag. Ende März wird die Programmstruktur überholt.

Ein kleiner Sturm sei durch das Haus am Leutschenbach gegangen, bilanzierte die Fernsehdirektorin ihr erstes Amtsjahr am Mittwoch vor den Medien. 2005 werde wohl etwas langsamer, da auch einiges ausgebügelt werden müsse. Einigermassen konstant sei der Marktanteil der drei Sender SF1, SF2 und SFinfo mit 34,5 Prozent, sagte Deltenre mit Blick auf den Verlust von 0,2 Prozent, die an die Konkurrenz in Deutschland gingen.

Probleme bereitet Deltenre das Vorabendprogramm auf SF1, wo 2,9 Prozent Marktanteil verloren gingen, «vermutlich an die Gerichtssendungen auf Sat1», sagte sie. Aber auch der Hauptabend zwischen 19.00 und 22.00 Uhr litt unter einem Marktanteilsverlust von 1,2 Prozent. Immerhin scheinen diese Zuschauer zu SF2 abgewandert zu sein. Doch sei es SF2 nicht ganz gelungen, die Marktanteilseinbussen von SF1 zu kompensieren.

Die Strategie «zwei Programme auf zwei Kanälen» bewährt sich laut Deltenre, wie der Marktanteilsgewinn von SF2 von 0,9 Prozent zeige. Zurückzuführen sei die steigende Popularität des zweiten Programms auf die Sport-Grossereignisse im Sommer mit der Fussball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen.

Aufgeschlüsselt nach Altersstrukturen verliert SF DRS laufend an älteren Zuschauern ab 50 Jahren, bislang mit Abstand die treuesten SF-DRS-Seher. Dafür steigen die Marktanteile bei Kindern und Jugendlichen laufend an, so Deltenre.

Dem Aderlass im Vorabend begegnet SF DRS mit einer neuen Gestaltung. Auf SF1 wird ab dem 29. März neu um 18.00 die «Tagesschau» gesendet, danach folgt die Spielshow «5gegen5» und das People-Magazin «Glanz & Gloria» als Überleitung zu «Schweiz aktuell».

Grundsätzlich sollen sich die beiden Kanäle weiterhin unterscheiden. Laut Deltenre soll SF1 modern, informationslastig, schweiznah und unterhaltend daherkommen sowie Kontinuität garantieren. SF2 werde trendiger, überraschender und urbaner, was durch den Einkauf von weiteren Serien und Filmen bewerkstelligt werde. Das Sportangebot werde nicht noch weiter ausgebaut.

Den sinkenden Zuschauerzahlen bei der «Tagesschau» und bei «10vor10» wird mit einem Redesign begegnet. Im kommenden Dezember erscheinen die beiden Informationsssendungen in neuem Kleid. Ob noch eine dritte Staffel «MusicStar» produziert werde, sei noch nicht entschieden, sagte Deltenre. Auch die Lücke des abgesetzten «Musikantenstadl» muss noch geschlossen werden.

Zum Thema Gebühren sagte die Fernsehdirektorin, eine Erhöhung sei früher oder später wohl unumgänglich. «Meines Wissens ist in diesem Jahr aber keine geplant.»

(dapd)

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