Schweiz sah schwarz: SF rüstet sich für den nächsten Ausfall
Aktualisiert

Schweiz sah schwarzSF rüstet sich für den nächsten Ausfall

Erst ein Eichhörnchen, dann ein Kurzschluss: Zweimal innert kurzer Zeit hat eine Strompanne das SF lahmgelegt. Jetzt arbeitet der Sender an einer Optimierung des Notfallbetriebs. Künftig soll nicht das Notprogramm gesendet werden, sondern richtiges Material.

von
Amir Mustedanagic

Fast 90 Minuten lang stand am Dienstag der gesamte Sendebetrieb des Schweizer Fernsehens still – zum zweiten Mal innerhalb von nur fünf Monaten (20 Minuten Online berichtete). Statt dem erwarteten Programm bekamen die Zuschauer die Schweiz aus der Vogelperspektive zu sehen. Damit soll jetzt Schluss sein: «Wir haben die Lehren aus den bisherigen Stromausfällen gezogen», versichert SF-Sprecher Urs Durrer. Zwar sei man nie ganz gefeit vor einem Ausfall, aber «es sollte nicht wieder zu einem totalen Stromausfall kommen», so Durrer.

Trotzdem will der Sender bei der nächsten Sendepanne besser vorbereitet sein. «Wir klären momentan ab, wie wir bei einem Stromausfall bereitstehendes Material mit eingeschränktem Sendebetrieb übertragen könnten», sagt Durrer. Konkret heisst das: In Zukunft müsste das SF nicht auf die Landschaftsaufnahmen zurückgreifen, sondern könnte ein vorbereitetes Programm ab Band abspielen. Für Durrer wäre dies «nochmals ein grosser Schritt vorwärts». Welches Programm dann den Zuschauern serviert wird, ist noch unklar.

«Obama-Übertragung war nie gefährdet»

Entgegen ersten Meldungen sei die mit Spannung erwartete Live-Übertragung der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama nicht gefährdet gewesen, sagt Durrer. Hätte man die Störung in Zürich nicht beheben können, wäre die Übertragung von Bern aus gesendet worden, so Durrer weiter.

Im Gegensatz zum vergangenen Sommer funktionierte am Dienstag auch das Notstromaggregat einwandfrei. Es genügte aber nicht, um den normalen Sendebetrieb aufrechtzuerhalten. «Dafür benötigten wir ein eigenes kleines Kraftwerk und kein Notaggregat», so Durrer. Ein eigenes Kraftwerk will sich aber auch das SF nicht leisten. Durrer: «Das ist unrealistisch».

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