Aktualisiert 15.12.2010 15:18

MehrsprachigkeitSF soll Ausstausch der Regionen fördern

Das Schweizer Fernsehen soll mehr für den Zusammenhalt unter den Sprachregionen der Schweiz tun, dafür aber keinen besonderen Kanal schaffen müssen, fordert das Parlament.

Der Nationalrat unterstützte am Mittwoch als Zweitrat eine Motion von Ständerat Theo Maissen (CVP/GR), die einen nationalen Fernsehkanal forderte - allerdings in abgeänderter Form. Dabei folgte die grosse Kammer der Mehrheit der Fernmeldekommission (KVF). SP-Nationalrat Hans Stöckli, scheidender Präsident von Biel, der grössten zweisprachigen Stadt im Land, hatte zuvor eine gleichlautende Motion zurückgezogen.

Im Motionstext von Maissen strich die grosse Kammer die Forderung nach einem «schweizerischen Fernsehkanal», der in den Sprachregionen ausgestrahlte Sendungen wiederverwerten sollte - mit Untertiteln in den anderen Landessprachen oder synchronisiert.

Teures Nischendasein

Das wäre zu teuer, sagte Tarzisius Caviezel (FDP/GR) für die Kommission. Studien zeigten, dass die SRG SSR idée suisse in den jeweiligen Landesgegenden die jeweils anderen Sprachregionen zu wenig thematisiere.

Ein eigener Kanal schaffe da aber keine Abhilfe und friste höchstens ein Nischendasein. Der Auftrag bleibe aber: Die Fernsehgesellschaft müsse den Austausch und die Verständigung zwischen den Sprachregionen verstärken.

Medienministerin Doris Leuthard erklärte, die SRG sei verpflichtet, ihren Beitrag zum sprachlichen Zusammenhalt zu leisten. Das geschehe aber besser in einem Programm mit grosser Akzeptanz als in einem Minderheitenkanal. Der Verwaltungsrat des Unternehmens habe die Förderung des sprachlichen Zusammenhalts zum strategischen Ziel erklärt, über die Umsetzung werde im Frühjahr entschieden. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.