«Wer wird Millionär?»: SF verweigert der Konkurrenz die Werbung
Aktualisiert

«Wer wird Millionär?»SF verweigert der Konkurrenz die Werbung

Der Privatsender 3+ konnte einen Coup landen und «Wer wird Millionär?» in die Schweiz holen. Dafür wollte man Werbung beim SF schalten – doch das Öffentlich-Rechtliche lehnte ab.

von
Niklaus Riegg
Muss ohne SRF-Werbung auskommen: 3+-Mann Claudio Zuccolini. (Foto: 3+)

Muss ohne SRF-Werbung auskommen: 3+-Mann Claudio Zuccolini. (Foto: 3+)

Am 29. November strahlt der Privatsender 3+ die erste Sendung von «Wer wird Millionär?» aus. 20 Minuten Online weiss: Um auf den Sendestart aufmerksam zu machen, wollte die TV-Station beim öffentlich-rechtlichen SRF Werbung schalten. Diese wurde jedoch abgelehnt. Der Grund: «Wir verfolgen die Entwicklung des Privatsenders 3+ mit viel Sympathie, aber können nicht für jede seiner Sendungen Promotion machen», so Andrea Hemmi, Leiterin der SRF-Unternehmenskommunikation auf Anfrage von 20 Minuten Online. Das SF könne es sich leisten, solche Werbung abzu­lehnen, so Hemmi weiter.

Für die Doku-Soap «Bauer, ledig, sucht ...» strahlte das SF Spots aus, bei einer Quiz-Sendung, die in direkter Konkurrenz zu eigenen Formaten steht, will man dies jedoch nicht. Doch darf das gebührenfinanzierte Schweizer Fernsehen trotz öffentlichem Auftrag Werbung von Mitbewerbern ablehnen? Auf Anfrage klärt Rechtsanwalt Lorenz Haas auf: «Beim Verkauf von Werbung kann das SRF wie ein Privater handeln. Deshalb ist es nicht gezwungen, Werbung eines Konkurrenten zu schalten.»

Bei 3+ will man trotz der Absage auch weiterhin Spots beim SF zeigen: «Wir schätzen sehr, dass wir ab und zu beim Schweizer Fernsehen Werbung schalten dürfen, und würden gerne noch deutlich mehr Geld dafür investieren», so Senderchef Dominik Kaiser.

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