Abstiegskampf: Sforza lanciert «neue Meisterschaft»
Aktualisiert

AbstiegskampfSforza lanciert «neue Meisterschaft»

Spannung oben wie unten. Auch im Tabellenkeller der Super League kam es am Wochenende zum Zusammenschluss. Mit Bellinzona, Xamax, GC und St. Gallen streiten sich vier Klubs um jedes Pünktchen.

von
Eva Tedesco
GC-Trainer gibt seiner Mannschaft die Richtung im Abstiegskampf vor. (Keystone/AP)

GC-Trainer gibt seiner Mannschaft die Richtung im Abstiegskampf vor. (Keystone/AP)

Trotz einem achtbaren Punktgewinn des Grasshopper Clubs beim Leader in Basel musste das Team von Ciriaco Sforza Xamax (2:1 gegen Luzern) in der Tabelle vorbeiziehen lassen und ist erstmals seit dem 26. Februar wieder auf Platz 9, der für die Barrage-Spiele berechtigt, abgerutscht. Im Tabellenkeller bleibt es aber eng: Bellinzona auf Rang 7 (27) und Schlusslicht St. Gallen (0:0 in Thun) trennen lediglich vier Punkte. Dazwischen liegen Xamax (26) und GC mit 25 Punkten. Also: Alles ist möglich, (noch) ist nix fix.

Wieviele Punkte braucht es für den Ligaerhalt?

Das Minimum für den rettenden 8. Platz in den letzten fünf Jahren betrug 33 Punkte. In der Saison 2005/06 sicherte sich Schaffhausen den Ligaerhalt. Xamax musste ebenfalls mit 33 Zählern, aber besserem Torverhältnis, in die Barrage. Yverdon stieg in die Challenge League ab. In der darauffolgenden Saison erwischte es die Munotstädter (25 Punkte) dann doch noch. Aarau (26) rettete sich in die Entscheidungsspiele und Luzern blieb mit 33 Punkten in der Super League. 2007/08 musste St. Gallen mit 34 Punkten in das Auf-/Abstiegsduell mit dem Ersten der Challenge League, Thun (27 Punkte) war abgeschlagen weg. Xamax hielt sich mit 41 Punkten schadlos. In der Saison 2008/09 war die Sache mit dem Abstieg früh klar: Vaduz konnte mit 22 Punkten bereits im Winter die «Nati B» planen. Im Kampf um Platz 9 hatte Sion knapp mit zwei Punkten vor Luzern die Nase vorn. Auch in der letzten Saison duellierten sich im Tabellenkeller die üblichen Verdächtigen. Xamax (41 Punkte) sicherte sich klar Platz 8, Bellinzona zitterte sich in der letzten Runde auf den Barrage-Platz. Erwischt hat es nach 29 Jahren durchgehender Angehörigkeit in der obersten Spielklasse die «Unabsteigbaren» aus Aarau (23 Punkte).

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Auf die Frage, wie viele Punkte es denn in der aktuellen Saison für den Ligaerhalt brauche, sog Ciriaco Sforza erst tief die Luft ein und zog die Schultern hoch. «Wieviele Punkte», wiederholte der GC-Trainer fragend. «33, 38, weniger? Keine Ahnung. Für uns geht es um die zwei Plätze sieben und acht und meine Spieler haben das begriffen. Sie kommen nicht ins Zittern. Wir haben alles in der eigenen Hand, sind auf niemanden angewiesen und packen das an.» Wie zur zusätzlichen Motivation rief Sforza das letzte Meisterschafsviertel als «neue Meisterschaft» aus. «Eine Meisterschaft mit Xamax, Bellinzona und St. Gallen und die wollen wir als Leader beenden.» Oder wie der ehemalige Inter- und Bayern-Profi es noch ausdrückt: «Am 25. Mai wollen wir nach einer schwierigen Saison glücklich sein.»

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Erste Direktduell der Sforza'schen Mini-Meisterschaft

Der erste Schritt, um dieses Glücksgefühl zu erleben, wäre ein Sieg im ersten Direktduell dieser Sforza'schen Mini-Meisterschaft. Am Mittwoch ist der FC St. Gallen bei den Hoppers zu Gast im Letzigrund. Für Davide Callà ist die Marschrichtung klar. Der GC-Flügelspieler: «Die Partie ist ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel für uns. Wir müssen gegen St. Gallen unbedingt drei Punkte gewinnen, dass ist enorm wichtig.» Die Chancen stehen nicht schlecht, wenn man an die starke erste Halbzeit aus dem St. Jakob-Park anschliessen kann. Die Espen indes haben es am Sonntag versäumt, mit einem Sieg in Thun zu GC aufzuschliessen. Das Team aus der Ostschweiz kam im Berner Oberland nicht über ein torloses Remis hinaus. Trotz dem vierten Spiel in Folge ohne Niederlage unter Saibene kommen die Espen nicht vom Fleck. Die anderen Spiele dieser Mini-Meisterschaft: Xamax empfängt am Mittwoch zu Hause den FC Basel. Und Bellinzona muss im Stadio Comunale gegen Sion ran.

ASL, 17.7.10. GC - Xamax

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