Aktualisiert 21.02.2013 08:14

Auktion beendet«SG 1» geht für 135'000 Franken über den Tisch

Die Autonummer «SG 1» ist verkauft. Für stolze 135'000 Franken hat Bieter «rh1915» das begehrte Kontrollschild ergattert – und damit zur teuersten Autonummer der Schweiz gemacht.

von
Simon Beeli

Die Auktion um das Kontrollschild «SG 1» ist beendet: Mit einem Gebot von 135'000 Franken hatte ein Bieter oder eine Bieterin mit dem Pseudonym «rh1915» am Schluss die Nase vorn und darf sich neu als stolzen Besitzer der begehrten Autonummer bezeichnen. Bis zum Schluss blieb das Rennen offen, «rh1915» hatte sich mit «Orsetto» und «Strubbi» einen spannenden Schlussspurt geliefert.

Georges Burger, Leiter des St. Gallischen Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts, zeigt sich hoch erfreut: «Ich bin positiv überrascht, dass so viel Geld zusammengekommen ist, das hätten wir nicht erwartet.» Nach seinen Recherchen dürfte «SG 1» nun das teuerste Nummernschild der Schweiz sein. «In den Kantonen Zürich, Graubünden und Tessin wurden auch schon Beträge im seschsstelligen Bereich bezahlt, aber ein so hoher Betrag ist bisher noch nie erzielt worden.» Tatsächlich wurden für «ZH 1000» 131'000 Franken hingeblättert. «VD 1» liess sich ein Käufer 122'500 und «GR 8» 111'111 Franken kosten. Doch eine offizielle Statistik über Auktionen von Kontrollschildern führen die Schweizer Strassenverkehrsämter nicht.

Burger und sein Team haben bereits langjährige Erfahrungen mit Online-Auktionen. Über 2'000 wurden in den letzten vier Jahren durchgeführt. Zusammen mit dem Direktverkauf der Nummernschilder flossen so etwa eine Million Franken in die Staatskasse. Ein lukratives Geschäft, wie Burger nicht ohne Stolz zugeben muss.

Besitzer wird geheimgehalten

Über den glücklichen Ersteigerer will Burger nichts verraten, der neue Besitzer von «SG 1» wird geheim gehalten. «Top Secret, darüber darf ich keine Auskunft geben», lässt er verlauten. Mit der Person würde er allerdings in Kontakt stehen. «Natürlich kennen wir sie von der Registrierung. Wir haben alle Bieter in den letzten Wochen begleitet, kontrolliert und überwacht.»

Der oder die Glückliche hat jetzt 30 Tage Zeit, das Geld dem Strassenverkehrsamt zu überweisen. «Es ist gut möglich, dass die Nummer auch nicht gleich eingelöst wird. Manche müssen sich zuerst noch das passende Auto dazu kaufen», sagt Burger. Doch was ist, wenn der Meistbietende die Summe nicht überreicht? «In der Regel kommt dann der zweithöchste Bieter zum Zuge», so Burger. Das sei aber sehr unwahrscheinlich. «Wir haben bis jetzt mehrheitlich gute Erfahrungen gemacht.»

«Wir haben noch einige Nummern an Lager»

Der Chef des Strassenverkehrsamtes hat eine befriedigende aber auch ziemlich anstrengende Woche hinter sich. Doch Burger schaut schon wieder in die Zukunft. «Schon heute Abend stellen wir eine neue Serie von zehn Nummern online. Bis am Mittwoch in einer Woche kann dann wieder geboten werden.» Auf der Facebook-Seite des Kantons St. Gallen konnten die User schon mal ihren Favoriten krönen und entscheiden, welches Kontrollschild als Highlight an den Start gehen soll.

Die «SG 11» konnte sich gegen «SG 9» und «SG 20» dursetzen und düfte wohl bei bei der nächsten Ersteigerung am meisten Geld unter dem virtuellen Hammer machen. Ziel sei es, so Burger, dieses Jahr alle Schilder von «SG 1» bis «SG 20» zu versteigern. «Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach wie vor gross bleibt. Und von unserer Seite stimmt das Angebot auch, wir haben noch einiges an Lager.»

Geld für den Staatshaushalt

jeweils zwischen 806'000 und 990'000 Franken eingenommen. Mit dem Sparpaket II erhielt der Regierungsrat vom Parlament den Auftrag, die Kontrollschilder der kommunalen Fahrzeuge seien einzuziehen und im Jahr 2013 zu versteigern. Dieser Ertrag fliesst nicht wie üblich bei der Kontrollschilder-Gant in den Strassenfonds, sondern wird dem allgemeinen Staatshaushalt des Kantons St. Gallen zugeschrieben. (sda)

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