Tod im Connyland: «Shadows Tod ist ungewöhnlich»
Aktualisiert

Tod im Connyland«Shadows Tod ist ungewöhnlich»

Delfin Shadow starb nicht wegen der Technoparty, sagt der Kantonstierarzt. Das Tier habe hingegen Hautflecken gehabt. Dem Connyland stellt er ein gutes Zeugnis aus.

von
A. Hirschberg

Das Thurgauer Connyland steht seit dem Tod des achtjährigen Delfins Shadow am Dienstag, 8. November, erneut in der Kritik der Tierschützer. Diese monieren, die Haltung sei alles andere als in Ordnung. Sigrid Lüber, Präsidentin der Tierschutzorganisation Oceancare fordert eine Schliessung des Connylands, weil in drei Jahren sieben Delfine gestorben seien.

Shadow sei zudem schon im September krank gewesen, so Lüber. Das bewiesen Fotos, auf denen extreme Hautveränderungen zu sehen seien. Lüber gibt im Interview an, sie habe das Veterinäramt bereits im September auf den schlechten Zustand des mittlerweile toten Delfins hingewiesen.

Persönliche Kontrolle im Connyland

Kantonstierarzt Paul Witzig bestätigt gegenüber 20 Minuten Online, auf die fleckige Haut des Delfins hingewiesen worden zu sein. «Das Foto war meiner Meinung nach zwar nicht so aussagekräftig, aber ich bin persönlich in Lipperswil vorbeigegangen», so Witzig.

Zusammen mit dem Tierarzt des Connylands habe er den Delfin untersucht. Das Connyland habe aber schon vor seinem Besuch zahlreiche Abklärungen wegen den Flecken getroffen. «Woher die Hautveränderungen stammen, haben die Verantwortlichen nicht herausgefunden», so Witzig. Man habe mehrere Behandlungsversuche unternommen.

Zwei Alte und drei Babys starben

Einen Hinweis darauf, dass der Delfin an einer lebensbedrohlichen Krankheit leide, habe es keinen gegeben. «Sein Verhalten war nicht verändert und er schien nicht unter der Hautveränderung zu leiden», so Witzig. Ob die Flecken im Zusammenhang mit dem Tod des Delfins stehen, kann Witzig nicht sagen. «Woran das Tier starb, wird der Pathologe nun untersuchen und klären.»

Witzig korrigiert auch die Darstellung von Lüber, dass in den letzten drei Jahren in Lipperswil sieben Delfine gestorben seien. «Es waren sechs und vorher starb sechs Jahre lang kein Delfin.» Aussergewöhnlich sei nur der frühe Tod des 8-jährigen Delfins Shadow. Zwei weitere Tiere seien mit zirka 27 und 29 Jahren alt gewesen und drei weitere waren Babys. «Bei Delfinen, das weiss man, ist die Sterblichkeit bei Jungtieren sehr hoch, auch in Freiheit», so Witzig. Zwei der drei Babys seien in den ersten zehn Tagen nach der Geburt gestorben. Ein drittes im Alter von knapp zwei Monaten.

«Von der Technoparty war nichts zu hören»

An der Behauptung, Shadow sei wegen der Technoparty gestorben, die am 29. Oktober im Connyland stattfand, ist für Witzig nichts dran: «Ich war vor Ort und im Winterbecken der Delfine konnte man von der Party nichts hören.» Davon habe sich auch Brigitte Terzer von Oceancare überzeugen können. «Sie bestätigte überrascht, wie normal sich die Tiere benehmen», erzählt Witzig.

Generell stellt Witzig dem Vergnügungspark in Lipperswil ein gutes Zeugnis aus. «Das Connyland betreibt in eigenem Interesse einen grossen Aufwand, um die Tiere richtig zu halten», sagt er. So würden die Delfine ständig beobachtet und bei Auffälligkeiten sofort Untersuchungen gemacht und Spezialisten hinzugezogen.

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