Skepsis, aber keine Angst: Shaqiri und die Nati im europäischen Pandemie-Zentrum
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Skepsis, aber keine AngstShaqiri und die Nati im europäischen Pandemie-Zentrum

Xherdan Shaqiri ist mit dem Nationalteam nach Madrid geflogen. Ob er gegen Spanien auf dem Platz stehen wird, entscheidet die Uefa bis Samstag.

von
Eva Tedesco
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Ein Bluttest ergab, dass Xherdan Shaqiri früher an Corona erkrankt war und Antikörper entwickelt hat. «Er ist mit hundertprozentiger Sicherheit nicht ansteckend»,  sagt der SFV-Teamarzt. 

Ein Bluttest ergab, dass Xherdan Shaqiri früher an Corona erkrankt war und Antikörper entwickelt hat. «Er ist mit hundertprozentiger Sicherheit nicht ansteckend», sagt der SFV-Teamarzt.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Nach einem Corona-Wirrwarr ist Manuel Akanji derzeit der einzige Nationalspieler, der isoliert ist.
  • Xherdan Shaqiri, der am Montag positiv getestet wurde, flog mit dem Team nach Spanien.
  • Ob er gegen Spanien spielen kann, entscheidet die Uefa bis Samstag.

Am Donnerstag um 17 Uhr hob ein Charterflug mit der Nati vom Flughafen Zürich in Richtung Spanien ab. Manuel Akanji gehörte nicht mehr zur Reisegruppe. Der BVB-Verteidiger befindet sich nach einem positiven Corona-Test in Isolation. Teamarzt Dr. Martin Maleck sagt vor dem Abflug: «Es gibt sehr sichere Hinweise auf eine frische Infektion. In seinem Fall sind jetzt das Contact-Tracing-Team und die lokalen Gesundheitsbehörden involviert.» Xherdan Shaqiri, der am Montag noch als positiv galt, ist indes in Spanien mit dabei. Akanji erst negativ, dann positiv. Shaqiri erst positiv, dann negativ. Wer soll das Corona-Wirrwarr noch verstehen?

Der SFV-Arzt erklärt: «Der positive Test von Shaqiri geht auf eine frühere Infektion zurück. Er ist aufgrund der Laborwerte mit hundertprozentiger Sicherheit nicht ansteckend. Nach Rücksprache mit allen Behörden konnte er wieder ins Team reintegriert werden.» Heisst: Der 82-fache Internationale (22 Tore) flog mit dem SFV-Tross nach Madrid. Ob er am Samstag in der Nations League gegen Spanien oder auch am Dienstag ihn Köln gegen Deutschland eingesetzt werden kann, ist offen. Noch fehlt das schriftliche Okay der Gesundheitsbehörde der Uefa und der spanischen Behörden. Bis Samstag soll das geklärt sein. Die ersten Schritte dafür hat der SFV schon am Mittwoch ausgelöst.

Fussball in Zeiten von Corona bleibt ein Experiment

Im Gegensatz zu normalen Touristen dürfen die Fussballer in Spanien einreisen, ohne danach in Quarantäne zu müssen. Doch die Angst reist mit. Madrid ist derzeit Europas Pandemie-Zentrum. Das Virus ist ausser Kontrolle. In den vergangenen sieben Tagen wurden fast 16’000 Neuinfektionen registriert. Das sind 287,1 Fälle pro 100’000 Einwohner – in einigen Vierteln sind es aber fast dreimal so viele.

Für die Nationalspieler wird deshalb der Kontakt ausserhalb der «Bubble» auf ein Minimum reduziert und die Hygienemassnahmen noch strenger angewendet. Vom Flughafen geht es direkt ins Hotel. Von dort aus direkt zu den Trainings und zum Spiel und danach mit einer Sonderabfertigung weiter nach Deutschland. Im Hotel haben alle Spieler ein Einzelzimmer und es dürfen auch nicht mehr als drei Spieler beim Essen an einem Tisch sitzen. Bei den Meetings, wenn sie sich im Hotel bewegen und auch ausserhalb, gilt überall Maskenpflicht. Selbstredend ist Social Distancing. «Aber es bleibt ein Experiment», sagt Teamdirektor Pierluigi Tami.

Die Angst fliegt mit

Und wie gehen die Spieler mit der schwierigen Situation und dem abgeschotteten Leben um, nachdem sich das Virus auch einen Weg in die Bubble gebahnt hat? «Man fragt sich schon, wie das möglich war», sagt Jonas Omlin, «aber man kann im Leben nicht alles verhindern.» Die Ungewissheit setze einem zu, sagt Djibril Sow. Man wisse nie, was passiere. Man könne nur hoffen, dass man gesund bleibe.

«Es ist schon ein wenig anders als in der Bundesliga», vergleicht der Frankfurt-Mittelfeldspieler die Situation bei der Nationalmannschaft. «Beim Club sind wir nicht in dieser Blase, sind zu Hause und gehen auch einkaufen und so.» Natürlich mache man sich schon mal Gedanken. Die gehen bei Sow aber mehr in die Richtung: «Wenn ich infiziert wäre und jemanden anstecke, der dann vielleicht nicht so viel Glück hat wie vielleicht junge gesunde Menschen.»

Die Reise in die spanische Metropole, in der das Virus derzeit ausser Kontrolle ist, wurde mannschaftsintern nicht gross diskutiert. Omlin dazu: «Ich vertraue auf die Uefa und den Verband, dass sie uns gut schützen. Wir können uns nur an die Auflagen halten und hoffen, dass wir gut durch diese schwierige Zeit kommen.»

Deine Meinung

34 Kommentare
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Sunpower

10.10.2020, 08:44

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Verantwortung

09.10.2020, 09:46

Wenn ihr es braucht aus Spass herumzureisen!! Macht doch!! Aber jammert nachher nicht! Ich bleibe seit April zu Hause! Gehe nur arbeiten und sofort wieder nach Hause! Habe Frau und Kind.

Martin

09.10.2020, 09:44

Wenn frühere Infektionen zu einem positiven Test führen, dann werden wir bei einer stärkeren Durchseuchung immer mehr positive Tests haben. Hört auf mit diesem Seich.