Aktualisiert 12.12.2006 13:53

Shell droht 30-Mrd-Dollar-Klage

Russland prüft im Zusammenhang mit einem der weltgrössten Energieprojekte, bis zu 30 Mrd. Dollar Schadenersatz von dem Betreiber-Konsortium um den Ölkonzern Royal Dutch Shell zu fordern.

Wie die Umweltbehörde am Dienstag erklärte, wäre dies drei Mal mehr als bislang angepeilt. Russland wirft der Gruppe Umweltdelikte beim Öl- und Flüssiggasprojekt Sachalin-2 im äussersten Osten Russlands vor. Grund für die deutlich höhere Summe seien die bei einem Prozess zu erwartenden Anwaltskosten, sagte der Vizechef der Behörde, Oleg Mitwol.

«Wir werden ab März gerichtlich vorgehen können», betonte Mitwol in Moskau. Dabei sei die künftige Rolle von Shell in dem Projekt zweitrangig.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Montag unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, dass der britisch-niederländische Ölkonzern möglicherweise die Kontrolle an Sachalin-2 an den staatlichen Gazprom-Konzern abgeben könnte.

Im September hatte Russland die umweltrechtlichen Genehmigungen für das 22-Milliarden-Dollar-Projekt zurückgezogen. Vor der ostsibirischen Insel Sachalin nördlich von Japan liegen nach Angaben von Umweltschutzorganisationen die Futtergründe für seltene Walarten.

Einige Analysten sehen den Umweltschutz jedoch als Vorwand der russischen Regierung, einen stärkeren Zugriff auf das lukrative Geschäft mit Öl und Gas zu erhalten.

(sda)

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