Aktualisiert 04.01.2013 20:32

Slalom in Zagreb

Shiffrin siegt erneut - Holdener gute 15.

Mikaela Shiffrin gewinnt den Slalom von Zagreb. Die 17-jährige US-Amerikanerin distanziert ihre Konkurrenz klar mit 1,17 Sekunden Vorsprung. Wendy Holdener wird 15.

Die 17-jährige Amerikanerin Mikaela Shiffrin hat den Weltcup-Slalom in Zagreb hochüberlegen gewonnen und sich zur ersten Doppelsiegerin in dieser Disziplin im WM-Winter gemacht. Die Schwyzerin Wendy Holdener belegt Platz 15.

Nach den Rängen 11, 17, 10 und 9 in den vorangegangenen Slaloms nun Position 15 - Wendy Holdener bestätigte erneut ihre Konstanz. Dass es nicht ein weiteres Mal zu einer Klassierung in den ersten zehn reichte, lag unter anderem an der Abstimmung. Materialmässig verfügte die 19-jährige Schwyzerin bei den speziellen Bedingungen auf dem Sljeme ausserhalb Zagrebs bei vier Plusgraden nicht über das Optimum.

«Step by Step»

Fünf Klassierungen in fünf Rennen. Das weckt neue Begehrlichkeiten. Der nächste Schritt Richtung Spitze scheint für Wendy Holdener vorgezeichnet. Unter Druck setzen lässt sich die derzeit mit Abstand beste Schweizer Slalom-Fahrerin gleichwohl nicht. Die Losung «Step by Step» soll weiter Gültigkeit haben. «Es wäre vermessen, jetzt schon Richtung Podest zu schielen», sagt Cheftrainer Hans Flatscher. «Sie macht das genau richtig und schiesst nicht planlos drauflos. Und wenn dann einmal alles zusammenpasst, wird es mit einer absoluten Top-Platzierung schon klappen.» Der eingeschlagene Weg zeigt selbstredend auch in der Weltcup-Startliste positive Wirkung. Wendy Holdener hatte die Saison als Nummer 32 in Angriff genommen, mittlerweile gehört sie bereits zu den besten 20 Slalom-Fahrerinnen.

Michelle Gisin, die zweite Schweizer Starterin, büsste zwar fast vier Sekunden auf die Bestzeit von Mikaela Shiffrin ein. Der auf Platz 33 geführten jüngeren Schwester von Marc und Dominique Gisin fehlten gleichwohl lediglich 27 Hundertstel, um wie bei ihrem Weltcup-Debüt am Semmering zwei Tage vor dem Jahreswechsel im Finale dabei zu sein. Am «Zauberberg» hatte ebenfalls die 19-jährige Engelbergerin mit Zwischenrang 17 verblüfft, war in der Entscheidung aber ausgeschieden.

Zweimal Laufbestzeit

Nur zwei Wochen nach ihrer Siegpremiere in Are doppelte Mikaela Shiffrin nach. Und der Teenager tat dies auf bestmögliche Art und Weise - im Stile einer grossen Championne. In beiden Läufen liess sie sich Bestzeit notieren und distanzierte die Konkurrenz um mindestens 1,19 Sekunden. Die Amerikanerin triumphierte als erste Fahrerin in diesem Winter in zwei Weltcup-Slaloms und übernahm damit von Tina Maze auch die Führung in der Disziplinenwertung. Die Slowenin, die im Gesamtklassement über allen anderen thront, scheiterte als Zweitschnellste des ersten Durchgangs in der Entscheidung wegen eines Einfädlers. Der erste saisonale Ausfall der Slowenin war Tatsache - nach Klassierungen in allen vorangegangenen 17 Prüfungen und zwölf Platzierungen unter den ersten drei.

Tina Maze war nicht die einzige Promimente, die in Zagreb aus den Traktanden fiel. Die Slowakin Veronika Velez Zuzulova, die den Slalom am Semmering und am Neujahrstag das Parallelrennen in München für sich entschieden hatte, fand sich nach einem schweren Fehler im zweiten Lauf am Schluss des Klassements wieder und blieb wegen des zu grossen Zeitverlusts ohne Punkte. Schon im ersten Durchgang hatten Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser, nach dem verletzungsbedingten Forfait von Marlies Schild die derzeit am höchsten eingestuften Slalom-Fahrerinnen Österreichs, zu den Ausgeschiedenen gezählt.

Das aussergewöhnliche Talent hievt Mikaela Shiffrin in neue Spähren. Viele sehen in der unbekümmerten Tochter eines Narkose-Arztes und einer Krankenschwester bereits die legitime Nachfolgerin einer Lindsey Vonn. Solche Prognosen nimmt die Trainercrew mit Chefcoach Alex Hödlmoser und dessen österreichischem Landsmann Roland Pfeifer, der die amerikanischen Technikerinnen betreut, mit einem Lächeln zur Kenntnis. Priorität hat weiterhin die Stabilisierung in Slalom und Riesenslalom. Erst dann sollen die Einsätze auf Starts im Speed-Bereich ausgedehnt werden. Eine erste Annäherung an den Super-G hatte Mikaela Shiffrin während der Vorbereitung im Sommer vorgenommen.

Erste Verfolgerin von Mikaela Shiffrin in Zagreb war wie schon in Are Frida Hansdotter. Der erste Weltcup-Vollerfolg der Schwedin scheint nach nunmehr vier zweiten Rängen nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Eine zweite Überraschung gelang Erin Mielzynski mit Platz 3. Für die weit grössere Sensation hatte die Kanadierin im vergangenen März gesorgt, als sie völlig unerwartet den Slalom in Ofterschwang gewonnen hatte.

Zagreb (Kro). Weltcup-Slalom der Frauen:

1. Mikaela Shiffrin (USA) 2:01,73.

2. Frida Hansdotter (Sd) 1,19 zurück.

3. Erin Mielzynski (Ka) 1,76.

4. Nina Löseth (No) 2,09.

5. Laurie Mougel (Fr) 2,69.

6. Maria Höfl-Riesch (De) 3,17.

7. Bernadette Schild (Ö) 3,28.

8. Marie-Michèle Gagnon (Ka) 3,35.

9. Resi Stiegler (USA) 3,38.

10. Brittany Phelan (Ka) 3,56.

11. Nicole Hosp (Ö) 3,89.

12. Carmen Thalmann (Ö) 3,92.

13. Nathalie Eklund (Sd) 4,12.

14. Tessa Worley (Fr) 4,14.

15. Wendy Holdener (Sz) 4,25.

Nicht im 2. Lauf: 34. Michelle Gisin (Sz) 3,95. 38. Marina Nigg (Lie) 4,52.

Ausgeschieden u.a.: Tina Maze (Sln), Veronika Velez Zuzulova (Slk), Maria Pietilä-Holmner (Sd), Kathrin Zettel (Ö), Manuela Mölgg (It), Michaela Kirchgasser (Ö), Therese Borssen (Sd). (si)

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