Aktualisiert 05.03.2020 15:07

Comeback

Shiffrin plant nach Tod des Vaters die Rückkehr

Die grosse Ski-Dominatorin fehlte während eineinhalb Monaten. Nun will sie doch noch um die grosse Kugel kämpfen.

von
mro
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Jeff Shiffrin, der Vater von Ski-Superstar Mikaela Shiffrin verstarb Anfang Februar völlig überraschend.

Jeff Shiffrin, der Vater von Ski-Superstar Mikaela Shiffrin verstarb Anfang Februar völlig überraschend.

Getty Images/Mitchell Gunn
Ehefrau Eileen und er unterstützten die Ski-Karriere ihrer Tochter seit Jahren und begleiteten die heute 24-Jährige auf ihren Reisen.

Ehefrau Eileen und er unterstützten die Ski-Karriere ihrer Tochter seit Jahren und begleiteten die heute 24-Jährige auf ihren Reisen.

Getty Images/tom Pennington
Ein gewohntes Bild im Zielraum: Mikaela Shiffrin strahlt als Siegerin – und dies seit Jahren mit beeindruckender Konstanz.

Ein gewohntes Bild im Zielraum: Mikaela Shiffrin strahlt als Siegerin – und dies seit Jahren mit beeindruckender Konstanz.

Getty Images/Christophe Pallot/agence Zoom

Sechs Wochen war sie abwesend, sie verlor die Führung im Gesamtweltcup, in der Slalomwertung ist sie nur noch Zweite und im Riesenslalom Dritte. Im Super-G ist sie gar auf Rang 7 abgerutscht. Aber jetzt will sie es doch noch einmal wissen: Mikaela Shiffrin plant die Rückkehr in den Weltcup. Das berichtet die «New York Times», sie hat sich lange mit der 24-jährigen Überskifahrerin unterhalten.

Anfang Februar verlor Shiffrin ihren Vater, sie zog sich zurück. Wie die «Times» schreibt, habe sie die erste Februarwoche damit verbracht, 112 Stunden Filmmaterial zu einem 20-minütigen Tributvideo zusammenzuschneiden. Jeff Shiffrin starb im Alter von 65 Jahren bei einem Unfall zu Hause. «Ich wollte, dass alle den Mann sehen, den wir kennen, dass sie seine Stimme und sein Lachen hören», erklärt Shiffrin.

Die Amerikanerin war einige Tage mit ihrer Familie in Vail, dort hatte sie einst das Skifahren gelernt. Es schneite oft und stark, und Shiffrin wertete es als Zeichen von ihrem toten Vater, der es liebte, nach Stürmen die Pisten zu befahren. «Es war, als würde er sagen: Warum verbringst du deine Zeit mit diesem Ding über mich? Geh raus und fahr Ski.»

Die Ausgangslage in den Disziplinenwertungen

Shiffrin machte sich nach drei Tagen gemütlichen Skifahrens wieder ans Training. Sie sagt: «Ich kam an den Punkt, an dem ich dachte, ich könnte nicht damit leben, es nicht mehr probiert zu haben.» Darum will sie am Donnerstag nach Schweden fliegen, in Are sind die nächsten Weltcuprennen der Frauen angesetzt. Über Twitter verkündete sie ihren Entscheid, dämpfte die Erwartungen aber sogleich: Sie wisse nicht, ob sie bereit sei, um an Rennen teilzunehmen. Shiffrin hat gute Erinnerungen an den Ort in Mittelschweden: Vor etwas mehr als einem Jahr gewann sie dort WM-Gold im Slalom und Super-G sowie Bronze im Riesenslalom.

Nun geht es um anderes, es geht um die Wertungen im Weltcup, um die kleinen und grossen Kugeln. Shiffrin geriet eigentlich überall in Rückstand. In Are finden drei Rennen statt: je ein Slalom, Riesenslalom und Parallelrennen. Im Slalom liegt Shiffrin 20 Punkte hinter der Slowakin Petra Vlhova, im Riesenslalom sind es deren 19 plus 93 weitere auf Federica Brignone. In den Parallelrennen hat sie kaum mehr Chancen, es dürfte ihr auch ziemlich egal sein.

Doch da ist auch dieses Coronavirus. Die Rennen von Are sind – wenn sie stattfinden – die letzten vor dem Weltcupfinal in Cortina. Gut möglich, dass es auch die letzten der Saison sind. Der Skiverband FIS will am Freitag informieren, ob die Rennen in Norditalien überhaupt stattfinden können. Sonst wäre die Saison vorzeitig beendet, und das Rennen um den Gesamtweltcup würde in Schweden entschieden werden. Momentan liegt Brignone 153 Punkte vor Shiffrin, 189 vor Vlhova. Doch auch die Italienerin wird in Schweden am Start sein, der Riesenslalom ist ihre Paradedisziplin.

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