Homophober Kommentar - Shitstorm gegen Zürcher Club – «Ich wurde gehackt»
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Homophober KommentarShitstorm gegen Zürcher Club – «Ich wurde gehackt»

Gegen einen Zürcher Club tobt ein Shitstorm wegen eines homophoben Kommentars. Der Geschäftsführer sagt, sein Facebook-Account sei gehackt worden.

von
Thomas Mathis
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Gegen einen Zürcher Club gibt es einen Shitstorm. (Symbolbild)

Gegen einen Zürcher Club gibt es einen Shitstorm. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto
Geschäftsführer Sandro Bohnenblust sagt, sein Facebook-Account sei gehackt worden.

Geschäftsführer Sandro Bohnenblust sagt, sein Facebook-Account sei gehackt worden.

Tamedia

Darum gehts

  • Ein homophober Kommentar des Geschäftsführers eines Zürcher Clubs sorgt für Kritik.

  • Der Geschäftsführer bestreitet, den Kommentar geschrieben zu haben. Er sei gehackt worden.

Ein homophober Kommentar schlägt derzeit hohe Wellen in der Zürcher Nachtleben-Community. «LBTQ bedeutet sexuelles Chaos und Verderben der Familienstruktur», heisst es in einem Facebook-Kommentar von Sandro Bohnenblust. Er ist Geschäftsführer eines Zürcher Clubs. Weiter heisst es: Solche «degenerierten Moralvorstellungen» führten seit 250 Jahren statistisch zu höherer Armut, mehr übertragbaren Krankheiten und Zerstörung sozialer Stabilität.

Dafür ernten Bohnenblust und sein Club nun einen Shitstorm. «Ich bin froh, dass ich in diesem Etablissement noch keinen Rappen ausgegeben habe», schreibt etwa ein Nutzer. Bohnenblust bestreitet auf Anfrage vehement, den Kommentar geschrieben zu haben. Sein Konto sei gehackt worden, sagt er. «Am Sonntagmorgen wurden von meinem Konto aus zwei Kommentare geschrieben, die nicht von mir stammen.»

«Ich kann es nur berichtigen»

Er habe die beiden Kommentare gelöscht und sein Passwort geändert. Seit Wochen verzeichne er auch Angriffe auf die Club-Website – seitdem er sich für das Covid-Referendum engagiere. Wer ihm schaden will, weiss er nicht. «Ich kann es nur berichtigen. Wir beschäftigen etwa auch Personen aus der LGBTIQ-Community.»

Reagiert hat auch die Bar und Club Kommission Zürich. «Ohne LGBT+-Community würde Zürich nicht tanzen», heisst es auf Facebook. Homophobie im Nachtleben widerspreche der nächtlichen Kultur der Offenheit. Die derzeitige Diskussion zeige, dass Homophobie weiterhin Teil unserer Gesellschaft sei. «Es liegt an uns allen, dieses Übel an den Wurzeln zu packen.»

LGBTIQ: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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