Aktualisiert 19.01.2020 10:41

Foto von Luisa NeubauerShitstorm um Sexfantasie mit Klima-Aktivistin

Ein SVP-Kantonsrat reagierte auf einen Post, in dem die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer Opfer von Sexfantasien wird. In den sozialen Netzwerken ist die Entrüstung gross.

von
daw
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Ein Post rund um die deutsche Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer sorgt für Empörung.

Ein Post rund um die deutsche Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer sorgt für Empörung.

kay Nietfeld
Ein Krimi-Schriftsteller schrieb auf Facebook zu einem Bild von ihr: «Ja, würde ich sofort ficken, auch wenn ich mir danach stundenlang das Klima-Zeug anhören müsste.»

Ein Krimi-Schriftsteller schrieb auf Facebook zu einem Bild von ihr: «Ja, würde ich sofort ficken, auch wenn ich mir danach stundenlang das Klima-Zeug anhören müsste.»

Michael Kappeler
Laut Trolljägerin Jolanda Spiess-Hegglin stieg auch SVP-Kantonsrat Claudio Schmid auf den Kommentar ein.

Laut Trolljägerin Jolanda Spiess-Hegglin stieg auch SVP-Kantonsrat Claudio Schmid auf den Kommentar ein.

Keystone/Walter Bieri

Der Wirbel nahm mit einem Post eines deutschen Politikers auf Facebook seinen Anfang: Er postete ein Foto der deutschen Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer (23). Dazu fragte er: «Süsses Foto, oder nicht?» Für den Post wurde er scharf kritisiert.

Der deutsch-türkische Schriftsteller Akif Pirinçci, der schon wegen Volksverhetzung vor Gericht stand, kommentierte dann darunter: «Ja, würde ich sofort ficken, auch wenn ich mir danach stundenlang das Klima-Zeug anhören müsste.» Mehrere Facebook-User likten den frauenverachtenden Post. Auch SVP-Kantonsrat Claudio Schmid versah ihn offenbar mit einem lachenden Emoji, wie ein auf Twitter kursierender Screenshot zeigt. Er bestreitet das. Schmid schrieb an die Adresse des Absenders: «Bist du tatsächlich zurück, vermisst man auf Twitter.» Als dieser antwortete, man habe dort seinen Account gelöscht, meinte Schmid: «Leider, scheiss Zensur in Deutschland.»

Shitstorm gegen SVP-Kantonsrat

Einen Screenshot der Konversation verbreitete Jolanda Spiess-Hegglin, die mit dem Verein Netzcourage Hass in den sozialen Medien bekämpft, am Freitagmorgen auf Twitter. Dazu schrieb sie: «Alte, weisse Säcke unter sich. Und mittendrin: na, wer wohl? Schmid.» Sie finde, die Community solle das wissen.

Bis am Freitagabend wurde der Tweet über 280-mal geteilt und über 1200-mal gelikt. Zahlreiche Twitter-User äussern sich entsetzt über Schmid. «Ekelhaft» oder «widerlich» lauten nur einige der Kommentare. Soziologin und Gender-Aktivistin Franziska Schutzbach schreibt auf Twitter, Schmid finde die «Herabwürdigung von Frauen extrem lustig».

Auf den Shitstorm angesprochen, antwortet Schmid kurz angebunden. Er bestreitet, den Beitrag des Schriftstellers gelikt zu haben. Es habe ihn nur interessiert, ob tatsächlich Pirinçci hinter dem Facebook-Account stehe. Diesen vermisse er auch nicht auf Twitter. «Ich habe von ‹man› gesprochen, nicht von mir selbst.»

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